Moin zusammen,
schon etwas länger steht bei mir ein Zweiwege Standlautsprecher als Projekt rum, an dem eigentlich immer etwas gemacht wurde, wenn es Zeitlich passte. Allerdings hab ich mir auch viel Zeit gelassen, beim sammeln von Eindrücken und verschiedenen Abstimmungen. Da ich selbst noch am Anfang stehe, ist es mir wichtig die Dinge auch zu Fuß zu erledigen, um zu wissen, was ich dort eigentlich simuliere und abstimme. Einen Namen für das Projekt gibt es noch nicht.
Dabei gehts um die Hochzeit von einem Peerless SDS-P830656 und einem Dayton Audio ND25-FW (von dem ich wohl die obere und untere Grenze der Fertigungstoleranz bekommen habe).
Trotzdem möchte ich den bisherigen Werdegang des Projekts hier mal mit euch im Forum teilen.
Die Idee:
Da einer meiner ersten Lautsprecher die Needle mit dem Visaton FRS8-4 war, und ich die Form dieses Lautsprechers sehr ansprechend fand, sollte etwas ähnliches her. Der Lautsprecher sollte hoch sein, eine möglichst schmale Schallwand besitzen und eine moderate Tiefe aufweisen.
Irgendwann stand ich mal im Baumarkt rum, und hab da Fichtenleimholzplatten gesichtet, bei denen der intuitive "Anfasstest" und "Klopftest" in meinem Kopf die Idee auslöste, dass das eine ansprechende Schallwand für ein Lowbudget Projekt sein könnte. Wenn die Maße nicht zu groß werden, genügend verstrebt wurde, und genug Halt durch ein MDF-Gehäuse vorhanden ist, könnte das funktionieren. Nur mit der weichen Oberfläche müsste man Vorsicht walten lassen. Die hab ich also mitgenommen, in 18mm Materialstärke, zwei Schallwände nach Wunschmaß gefräst und mal ein wenig rumgetestet, wie sich das Material so verhält. Es blieb dabei, das könnte passen. Von daher ist und bleibt das ganz experimentell, wer das Ganze mit einer Schallwand aus MDF machen möchte, kann dies natürlich tun, schlechter wirds dadurch definitiv nicht. Persönlich hab ich da Spaß dran, mal sowas abseits der Norm auszuprobieren.
Im Grunde haben die Lautsprecher die Maße(HxBxT): 832mm x 160mm x 304mm, da die Bauhöhe für meine Ohrhöhe allerdings zu gering ist, beschloss ich, diese Lautsprecher auf 106cm anzuheben und unten einfach einen leeren Raum zu lassen, der mehr als genügend Platz bietet, um die Weichen zu befestigen. Da die Innenhöhe bei 80cm liegt, ist ein auf 212Hz abgestimmter IHA vorprogrammiert, der zusätzlichen mit einem Trennbrett ein kleines Gehäuse für den Hochtöner bilden soll. Standlautsprecher mit annähernd gleicher Breite und Tiefe zu bauen, ist für mich optisch nicht ansprechend.
Das ist das schönste am DIY, man kann sich seine Lautsprecher nach persönlicher Präferenz bauen.
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Bis auf die Schallwand, soll der Rest des Lautsprechers weiß werden.
Nach dem der Plan stand, wurden die Gehäuse auch schon zusammengeleimt, mit der üblichen Menge Bedämpfung ausgestattet, die Chassis angeklemmt und vermessen:
Der erste Weichenentwurf sah eine etwas zu geringe Trennfrequenz vor, lieferte aber sonst gute Ergebnisse. Aber im Sinne der Betriebssicherheit habe ich noch eine Trennfrequenz um die 2,9Khz angestrebt. Die nötige Senke auf Achse, die vom Dayton Audio ND25-FW nur all zu bekannt sein dürfte, sorgt für einen ausgewogenen Energiehaushalt. Im Grunde, lässt sich die tiefe der Senke über den ersten Kondensator im Hochpass nach Geschmack einstellen. Von 3,3uF bis 4,7uF lässt sich alles von einer sehr tiefen Senke auf Achse, bis zu einem möglichst linearen Achsfrequenzgang justieren. Mein Gehör hat sich hier tatsächlich für die tiefste Senke entschieden, was sich auch in einem besseren Verhalten untern Winkeln zeigt.
Hier sind die Messungen der unbeschalteten Chassis:
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Es folgen Messungen und der aktuelle Weichenentwurf:
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Hier sieht man auch die eingebaute Senke auf Achse, diese lässt sich durch den ersten Kondensator im Hochpass beliebig anpassen.
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Neben den Filtern 3. Ordnung sind noch zwei Korrekturen zum Einsatz gekommen: Sperrkreis zur Frequenzgangkorrektur des Hochtöners, Saugkreis zur Behandlung der Membranresonanz des Tiefmitteltöners.
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Die Impedanz zeigt die zum Zeitpunkt der Messung noch etwas zu tiefe Abstimmung bei einem Rohr mit 7cm Länge, außerdem weißt der Impedanzverlauf noch eine Störung zwischen 500Hz und 600Hz auf, diese ist bisher aber Tonal nicht negativ aufgefallen.
Die bisherige Bedämpfung sieht Noppenschaumstoff an den Wänden vor, und eine lockere Füllung mit Sonofil hinter dem Tiefmitteltöner. Der IHA wurde mit 40g Polyester Watte vom Textildiscounter gefüllt, das kostet dann 1,49€.
Der Peerless SDS830656 spielt in dieser Konstruktion in etwa 25Litern Bassreflex, abgestimmt auf etwa 43Hz. Verwendet wurde ein BR-HP50/145, welches auf 6cm gekürzt wurde. Hier zeigte sich auch wieder die virtuelle Verlängerung des Ports durch angrenzende Wände. Es Stand auch zur Wahl, einen Port mit 70mm Durchmesser zunehmen. Nach akustischen Messungen und ein wenig Probehören ist es jedoch beim BR-HP50 geblieben.
Hier die Simulation mit selbst gemessenen [definition='1','0']
TSP
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Weshalb die Entwicklung noch nicht fertig ist:
1. Probleme mit einem der Dayton Audio Hochtöner, welcher genau hier der schwierige Kandidat ist, wird sich noch herausstellen.
2. Alle Weichenbauteile stammen aus dem Fundus und wurden teilweise gestückelt, um auf entsprechende Induktivitäten und Widerstände aus den E-Reihen zu kommen. Parallelgeschaltete Spulen wurden sorgfältig auf ihre Parameter geprüft, um die Abweichung von standartisierten Bauteilen möglichst gering zu halten.