• Nachdem ich jetzt schon einiges nachgebaut habe, soll nun endlich mal was eigenes entwickelt werden. Die Idee eines 2 Wegers für den Kücheneinsatz liegt schon lange zurück. Mit Kai aus der FB Gruppe hatte ich mich damals zusammen getan und folgende Chassis ausgewählt. Im Hochton soll der SB26ADC-C0004 und als TMT der SBPFCR25-8 vin SB Acoustics arbeiten. Beides Chassis die sich haptisch gut anfühlen und optisch gut sehen lassen können.

    Nun lagen die Chassis über 1 Jahr herum und irgendwann sollte es ja mal losgehen. In der Zwischenzeit hatte ich mir dann mein Messequipment zusammengestellt und mich mal langsam rangetastet. Dabei hat mir Ansgar unglaublich viel geholfen und mich weit vorran gebracht. Danke dafür.

    Nach etwas Simulationsarbeit mit WinISD, Boxsim, Onlinerechner und Austausch mit Alex wurde eine Gehäusegröße von 12 Litern bestimmt.

    Die ersten beiden Probegehäuse wurde gebaut und unterschiedliche Treiberpositionen getestet und mit REW habe ich erste Messungen gemacht. Nach mehreren Messversuchen waren alle Winkel, Nah, Fern, und Impedanzmessungen gemacht. Dann musste ich mich mal in Vituix Cad einarbeiten. (irgendwann werde ich es verstehen :) ) Hier im Forum gibt es ja auch zum Glück ein paar Threads zu VC.

    Gut, die ersten Weichen wurden simuliert und gestestet. Ich hab mir über Kleinanzeigen immer mal wieder fertige Weichen, Spulen, Kondis und Widerstände günstig besorgt. Somit wuchs in der Zeit mein Bauteilevorrat schön an. Alle Bauteile wurden mit REW nachgemessen und beschriftet. Somit konnte ich so ziemlich jede kleine, von mir simulierte Weiche erstmal testen und hören. Wie stolz ich war, das erstmal überhaupt Töne rauskamen. Und es klang auf den ersten hören gar nicht mal so schlecht. Einige Hörsessions weiter kamen neue Problem hinzu. Mergen und das Diffractionstool mit Vituix Cad. Danke für die ausführliche Erklärung Alex und Rouven. Und es werden weitere folgen und bestimmt Lösungen bzw gute Kompromisse finden.

    Nachdem ich jetzt auch das, hoffentlich korrekt, zusammengebracht habe, ist daraus eine neue Weiche entstanden. Ich bin zufällig davor auf den Artikel von Gazza gestossen und habe in der Reihenfolge meine Weiche konstruiert
    Akustisch bin ich schon sehr zufrieden. Jetzt wollte ich nochmal mit der Bedämpfung und der Portlänge spielen. Ich freu mich auf Anmerkungen, Ideen und Verbesserungsvorschläge.

    Mein Ziel ist es, später einen gut entwickelten Lautsprecher hier stehen zu haben.

    Einmal editiert, zuletzt von Kleber Klaus (25. Oktober 2023 um 22:45)

  • Klaus, sei stolz auf dich! Ich weiß ja, wie viel Zeit, Engagement und Herzblut du hier rein gesteckt hast.
    Ohne den DAU wären wir nie so weit gekommen und wir hätten uns niemals derart gegenseitig unter die Arme greifen können!

    Das musste hier mal raus.

    PS: Der Klaus vermag auch richtig SCHÖNE Gehäuse zu bauen...

  • Genau, darauf solltest du stolz sein, denn für eine erste eigene Entwicklung sieht das schon ganz gut aus. Dennoch gibt es deutliches Verbesserungspotential.

    Irgendwas kann mit deinem Merging nicht stimmen. Dieser ganz heftige Buckel bei 200 Hz und der darunter de facto nicht vorhandene Bass können nicht der Realität entsprechen. Entweder ist deine Nahfeldmessung nicht in Ordnung, oder dein Merging ist mächtig verunglückt. Ich habe dazu keine konkrete Idee. Das einzige, was ich mir vorstellen kann ist, dass du bei der Nahfeldmessung ein Fenster gesetzt hast? Das würde natürlich die Nahfeld- und Portmessungen vollkommen verfälschen.

    Du hast darauf geachtet, dass der Frequenzgang auf Achse recht glatt ist. Leider weitet es unter Winkeln sehr auf. Ich könnte mir vorstellen, dass die Box dich nach einer Weile anschreit und angestrengt klingt. Dem kann man mit verschiedenen Dingen entgegenwirken. Entweder, man versucht, eine günstigere Trennfrequenz zu wählen, die zu einem besseren Verhalten führt und/oder man kann auf Achse eine Senke in dem Bereich einbauen, so dass die Winkelfrequenzgänge glatter verlaufen. Meist läuft es bei Hochtönern ohne Schallführung (WG) auf einen Kompromiss hinaus. Man kann das auch über die Topologie der Weiche in Grenzen beeinflussen. Das erfordert aber einiges an Erfahrung.

    EDIT: Ich sehe gerade auf dem Foto mit dem angefasten Gehäuse die "Arbeitsbedingungen" des HT.

    Das geht so überhaupt nicht. Ich bin jetzt mal ein wenig böse, aber das sieht aus, als hättest du mit den Fingern eine Öffnung in ein Graubrot gepopelt und dann den HT reingedrückt. ;) Die Krater an der Fräsung und auch die Tatsache, dass der Hochtöner zu tief sitzt und Kanten um seinen Radius herum "sieht", sind ein NoGo. Das geht überhaupt und gar nicht. Sorry, aber das wird in der Bude so leider nichts. Hinterleg den HT mal mit Pappe, so dass er in der Höhe bündig mit der Schallwand abschließt. Den Übergang zwischen Fräsung und HT-Frontplatte überklebst du dann mit Tesa oder ähnlichem...

    Ansonsten weitermachen...

  • Danke für die Antwort Alex,

    mir ist tatsächlich der Fräser abgehauen. Wenn man mal eben zwischendurch fräsen will || :)

    Da ich mir das schon gedacht habe, dass das kacke ist, habe ich genau mit deinen beschriebenen Maßnahmen entgegengewirkt. Pappe ist drunter und abgeklebt habe ich auch.

    Meinst Du es wäre sinnvoller generell bei der Kiste mit nem WG zu arbeiten? Ich hätte noch welche da. Allerdings ist der WG 300 etwas größer als der TMT. Das fänd ich von den Proportionen nicht so schön.

    Diese Mergegeschichte macht mich fertig. :cursing: :D da muss ich dann nochmal dran.

    Klanglich bin ich schonmal zufrieden fürs erste, hab aber auch die ein oder andere Sache zu bemängeln. Ich hab tatsächlich ma den HT etwas zurückgenommen und fand es dadurch in der Gesamtheit schon angenehmer.

    hab nochmal eine neue Nahfeldmessung gemacht. Da sieht man auch deutlich den Buckel. Ein Fenster habe ich nicht gesetzt.

    Ist das normal? Wüsste jetzt nicht, was verkehrt gelaufen ist. Das Mic habe ich so nah wie möglich an den TMT gebracht und dann gemessen.

    Einmal editiert, zuletzt von Kleber Klaus (26. Oktober 2023 um 15:36)

  • "Du hast darauf geachtet, dass der Frequenzgang auf Achse recht glatt ist. Leider weitet es unter Winkeln sehr auf."

    Hi Alex, kurze Verständnisfrage: meinst du, dass dieser Bereich von ca. 900-2.200 Hz sich unter Winkeln aufweitet:

    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da du keine Berechtigung hast, diesen Inhalt zu sehen.

    ...

    oder den Frequenzgang als ganzes? Bei deiner LYC fällt der FG ja über den gesamten Frequenzbereich gleichmäßig.

    Gruß, Ansgar

  • Ich kann machen was ich will, dieser Buckel bleibt einfach. Ich hab das Gefühl, das irgendwas nicht stimmt. Ich meine zumindestens, das ich alles soweit richtig gemacht habe, jedoch komme ich immer zum selben Ergebnis. Der Buckel bleibt und auch die Senke davor. Woran kann ich denn festmachen, was eine sinnige Mergefrequenz ist? Ist ein Merge auch vernachlässigbar? Also geht es auch sauber zu entwickeln ohne?

    Hab ich vielleicht eine falsche Einstellung bei der Nahfeldmessung? Da kann doch auch nicht viel verkehrt sein - Kalibriertes Messsystem, Mic so nah wie möglich davor und Abfahrt. Oder hab ich was übersehen?

  • Sag mal, hast du die Nahfeldmessung mit Weiche gemacht?

    Sowohl für Nahfeld als auch für Fernfeld gilt im Merger, dass die importierten Messungen vom unbeschalteten Chassis stammen müssen...

    avenue22 Ja, das meine ich, und das ist das, was einen anschreit. Klaus hat ja schon den Hochton reduziert. Das allein führt aber nicht zum gewünschten Ergebnis. Man kann den Hochton absenken, bis es obenrum müde klingt. Dennoch schreit es...

  • Ich finde, das sieht aus, als seien Frequenzgänge ohne angefügte Nahfeldmessungen geladen:

    https://lautsprecherbau-community.de/attachment/773-pasted-from-clipboard-png/

    Ansonsten würde ich eine Aufweitung des Abstrahlverhaltens eher zwischen 2 und 5 kHz sehen, aber vielleicht habe ich so früh am Morgen auch noch Pelz auf den Augen..... 8)

    Viele Grüße,

    Michael

    Einmal editiert, zuletzt von Azrael (27. Oktober 2023 um 05:49)

  • Schön, dass sich noch Jemand an die eigene Entwicklung wagen möchte. Das finde ich klasse. Den Entschluss zu fassen, die Arbeit des ersten eigenen Projektes in Angriff zu nehmen ist schonmal ne Hürde, die du genommen hast, ebenso wie Messen und Simulieren. Jetzt kannst du noch von den Erfahrungen hier profitieren, und dein Werk optimieren.

    Derartige Aufweitungen unter Winkeln deuten idR. auf eine suboptimale Energieabgabe hin, denn du kannst so einen Lautsprecher so einwinkeln, wie du möchtest, die Störung unter Winkeln wird unter Anderem mit ersten Reflexionen das Gehör treffen, und da sie sehr Breitbandig ist, kann ich mir gut vorstellen, dass sie mit dem Gehör gut wahrnehmbar ist.

    Kleinere schmalbandige Überhöhungen oder schmalbandige Zappler, die unter Winkeln auftauchen, sind gewöhnlich nicht allzu Problematisch, aber die Aufweitung in diesem Fall sollte gut wahrnehmbar sein. Man kann sowas auch am Energiefrequenzgang sehen.

    Was mich ein wenig stutzig macht, ist, dass deine Messung unterhalb des Messfensters nach oben abhaut, das kenne ich von REW so nicht. Ich frage mich woher REW die Datenpunkte bekommt, die bei der Auswertung zum einem Anstieg des Pegels unterhalb des Messfensters führen.

  • Klaus, kannst du bitte all deine unbeschalteten Messungen mal ins txt oder frd Format bringen und mir per Mail als rar schicken? Ich würde gerne einmal checken, ob du den Merger falsch bedienst, oder ob das Problem bei den Messungen selbst liegt. Natürlich nur wenn du magst...

    Wilke hat etwas angesprochen, was mir auch aufgefallen ist, ich aber bislang noch nicht kommentiert habe.

  • Wie schon gesagt: für mich sehen die Frequenzgänge oben im Screenshot aus, wie reine, gefensterte Fernfeldmessungen ohne angefügte Nahfeldmessungen. Kann es sein, dass das Ergebnis des Merging-Tools nicht gespeichert worden ist, sondern davon ausgegangen wurde, dass das Merging auf die gespeicherten Fernfeldmessungen angewendet wird? So ist es nämlich nicht, sondern das Ergebnis wird in neuen Dateien gespeichert, für die man sinnvollerweise einen neuen Ordner anlegt.

    Viele Grüße,

    Michael

    Einmal editiert, zuletzt von Azrael (27. Oktober 2023 um 14:05)

  • Schön, dass sich noch Jemand an die eigene Entwicklung wagen möchte. Das finde ich klasse. Den Entschluss zu fassen, die Arbeit des ersten eigenen Projektes in Angriff zu nehmen ist schonmal ne Hürde, die du genommen hast, ebenso wie Messen und Simulieren. Jetzt kannst du noch von den Erfahrungen hier profitieren, und dein Werk optimieren.

    Derartige Aufweitungen unter Winkeln deuten idR. auf eine suboptimale Energieabgabe hin, denn du kannst so einen Lautsprecher so einwinkeln, wie du möchtest, die Störung unter Winkeln wird unter Anderem mit ersten Reflexionen das Gehör treffen, und da sie sehr Breitbandig ist, kann ich mir gut vorstellen, dass sie mit dem Gehör gut wahrnehmbar ist.

    Kleinere schmalbandige Überhöhungen oder schmalbandige Zappler, die unter Winkeln auftauchen, sind gewöhnlich nicht allzu Problematisch, aber die Aufweitung in diesem Fall sollte gut wahrnehmbar sein. Man kann sowas auch am Energiefrequenzgang sehen.

    Was mich ein wenig stutzig macht, ist, dass deine Messung unterhalb des Messfensters nach oben abhaut, das kenne ich von REW so nicht. Ich frage mich woher REW die Datenpunkte bekommt, die bei der Auswertung zum einem Anstieg des Pegels unterhalb des Messfensters führen.

    Warum REW das macht, kann ich mir auch nicht erklären. Wie sollte das denn "normal" aussehen?

    Ohne Euch wäre ich gar nicht erst auf die Idee gekommen selbst mal was zu machen.

  • Wie schon gesagt: für mich sehen die Frequenzgänge oben im Screenshot aus, wie reine, gefensterte Fernfeldmessungen ohne angefügte Nahfeldmessungen. Kann es sein, dass das Ergebnis des Merging-Tools nicht gespeichert worden ist, sondern davon ausgegangen wurde, dass das Merging auf die gespeicherten Fernfeldmessungen angewendet wird? So ist es nämlich nicht, sondern das Ergebnis wird in neuen Dateien gespeichert, für die man sinnvollerweise einen neuen Ordner anlegt.

    Viele Grüße,

    Michael

    gespeichert hab ich das in einem extra Ordner. Man kann aus dem MergeTool auch direkt die Treiber füttern

    zumindestens hab ich das so getan.

  • Hier mal mit den neuen Messungen. Weiche ist jetzt nur auf die schnelle, da ich leider nicht, zu mehr Zeit habe.

    Die Aufweitung ist hier nicht so zu sehen, oder? Es sieht gleichmäßiger aus. Der Buckel bei 200hz bleibt aber

    Einmal editiert, zuletzt von Kleber Klaus (27. Oktober 2023 um 15:19)

  • Da sehe ich schon mehrere größere Fehler. Du hast im Merger neben der Nahfeldmessung sowohl die Portmessung vor dem Port als auch im Port eingegeben. Da darf nur eine rein und zwar die von vor dem Port. Damit ist klar, warum der Merger einen Buckel produziert. Der Portanteil wird durch die fehlerhafte Eingabe natürlich doppelt berücksichtigt.

    Dann müssen die Flächen (Sd) sowohl vom Port als auch vom Chassis selbst eingetragen werden, und bei BS muss eingegeben werden, ob der Port vorne oder hinten ist. Das ist jeweils dort, wo die beiden Pfeile sind. Solltest du zwei Ports haben, gibst du die Fläche eines Ports an und gibst bei "Count" die Anzahl ein


    Leider kann ich mit dem mdat Messpaket aus REW, das du mir geschickt hast, nichts anfangen. Ich nutze kein REW und kann nur mit Messungen im .txt oder .frd für Frequenzgänge und .zma für Impedanzen etwas anfangen.

    EDIT: Ich habe die einzelnen Messungen im "Merge" Ordner gefunden.

    EDIT 2: Leider hast du vergessen, die Port- und Nahfeldmessungen mitzuschicken.

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