Fertigungstoleranzen Dayton Audio ND25-FW

  • Moin zusammen,

    ich habe hier zwei Dayton Audio ND25FW-4, bei denen mir schon anfänglich eine Abweichung beim Impedanzschrieb aufgefallen ist. Da ich keinen dritten habe, habe ich die Messungen von der Daumino S zu Rate gezogen, wo sich der ND25-FW-4 ähnlich verhält, wie es auf meiner Messung die blaue kurve zeigt. Nun bin ich aber eben auf den Test von Dibirama gestoßen, der mich wieder zweifeln lässt.

    Meine Frage ist nun, sind das Fertigungstoleranzen, ist einer von beiden ein Montagsmodell, und wenn ja: welcher Hochtöner ist nun nicht in Ordnung?

    Meine Messung (Kurven sind für jedes Chassis farblich übereinstimmend, akustische Messungen in 40cm Abstand mit Beschaltung unter gleichen Bedingungen):


    Messung von der Daumino S (Quelle: https://www.der-akustische-untergrund.de/speakers/proje…rs/daumino-s/):

    Messung von Dibirama (Quelle: https://www.dibirama.altervista.org/home-page/twee…-40-wmax.html):

  • Bei so günstigen Chassis ist das eine durchaus nicht unübliche Toleranz. Das ist natürlich ärgerlich, aber du könntest nochmal zwei Stück bestellen, dir ein möglichst gleiches Paar raussuchen, und die anderen Beiden wieder returnieren. Ist natürlich nicht besonders schön, aber ich würde es wohl so machen.

    Ich kann mich an die Aussage eines Angestellten einer bekannten Firma erinnern, der +-2dB als übliche Toleranz bezeichnet hat. Ich finde das viel zu viel und baue daher praktisch nichts (mehr) mit den Chassis dieses Herstellers, aber besonders im günstigen Preisbereich muss man mit Schwankungen leben.

    Viele Grüße,
    Oli

  • Ja ein wenig ärgerlich ist das schon, nun soll das für den Preis und die sonstige Haptik, die der Hochtöner an den Tag legt, noch okay sein.

    Ich danke dir für deine Antwort, ich war echt Ratlos.

    Ich werd sehen, wie sich das im Alltagsbetrieb überhaupt bemerkbar macht. Bauteiltoleranzen von der Weiche kommen ja auch noch oben drauf.

  • Aaaaaalso...

    Diese Darstellung von REW bringt mich jedesmal auf's Neue um. Da beginnt das Messfenster bei 200 Hz und die Impedanzskala bei -10dB. Verstehen muss man das nicht. Ist nicht wichtig, aber ich muss halt immer über REW abrotzen, weil ich das wegen solcher Kleinigkeiten einfach nicht leiden kann... ;)

    So, genug abgerotzt... :)

    Zunächst habe ich die 3 Grafiken mal in gleiche Verhältnismäßigkeit gebracht und ein animiertes GIF daraus gebastelt.

    Wie du siehst, weichen die alle voneinander ab, aber nur deine blaue Messung etwas mehr. Der Pegelunterschied will sich mir aber nicht erschließen, da bei deinen beiden Messungen nur die Resonanzfrequenzen abweichen. Knapp oberhalb der Resonanzfrequenzen verlaufen die Impedanzen deiner beiden HT weitgehend deckungsgleich. Kann es sein, dass der Messabstand bei den beiden Messungen nicht absolut identisch war? Bei der sehr kleinen Messentfernung von 40cm macht eine kleine Abweichung schon etwas aus. Könnte es zusätzlich sein, dass kleine Winkelunterschiede gab? Man darf natürlich auch, wie Oli schon schrieb, den Preis nicht vergessen. Wenn du eine gedachte MIttellinie zwischen den beiden Messungen ziehst, ist das +/- 1dB...

  • Ich hab jetzt als erstes mit REW geschimpft, was diesem Programm einfällt, diese Darstellung an den Tag zu legen, ich hoffe das wirkt.

    Dass sich da beim Hochtönerwechsel geringfügige Unterschiede eingeschlichen haben, ist im Bereich des Möglichen. Ich hab allerdings mehr als einmal getauscht, und die Abweichung lag immer in den selben Bereichen.

    Ist für mich okay, ob ich den Unterschied wirklich hören kann, kann ich ehrlich gesagt nicht so genau sagen.

    Man vernimmt ja immer irgendeinen Unterschied, wenn man weiß, dass was geändert wurde.

  • Lach, ich hoffe, dass es gewirrkt hat. ;)

    Dann sind es wahrscheinlich Fertigungstoleranzen, mit denen du entweder leben musst, oder durch den Kauf eines dritten HT ein Paar bildest, dass nah zusammen ist. Eine weitere Möglichkeit iust, den Spannungsteiler leicht anzupassen, wie Oli schon erwähnte...

  • Es scheint auch so, als hätte ich hier die Ober- und die Untergrenze der Toleranz geliefert bekommen.

    Ich werde bei Zeiten noch einen dritten bestellen, einfach weil mich das interessiert. Gegebenfalls passe ich den Spannungsteiler dann auf den Mittelwert der Fertigungstoleranzen an.

    An sich gefällt mir der Hochtöner schon fürs Geld, da ist eine Abweichung von +/-1db von einer gedachten Mittellinie schon okay.

  • Du hast offenbar wirklich Pech gehabt. Wenn man sich die Messung von Diego ansieht, zeigt die Abbildung eine graue Kurve, die im Bereich der 100dB Marke verläuft. Diego bildet damit die Toleranzen zwischen den Chassispaaren ab, die er misst. Je glatter die Kurve, desto geringer die Abweichung der beiden Probanden zueinander. Die Kurve ist im relevanten Bereich ziemlich glatt, wenn man von dem Schlenker im oberen HT Bereich einmal absieht....

  • Aaaaaalso...

    Diese Darstellung von REW bringt mich jedesmal auf's Neue um. Da beginnt das Messfenster bei 200 Hz und die Impedanzskala bei -10dB. Verstehen muss man das nicht. Ist nicht wichtig, aber ich muss halt immer über REW abrotzen, weil ich das wegen solcher Kleinigkeiten einfach nicht leiden kann... ;)

    Um da mal in die Bresche zu springen: REW bringt alle Möglichkeiten mit, um die Anzeigebereiche sowohl für die X- wie auch die Y-Achse selber festzulegen. Wenn da was unstimmig wirkt, liegt es ganz in der Hand des Bedieners, das zu ändern:

    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da du keine Berechtigung hast, diesen Inhalt zu sehen.

    Viele Grüße,

    Michael

  • Hallo Michael,

    danke für deinen Einwurf. Dass das alles möglich ist, ist mir bekannt. Meist ist es aber so, dass viele User mit den Default Einstellungen messen, und offenbar sind die wohl so, dass die Darstellung etwas merkwürdig wirkt.

    Mir ist klar, dass REW und ARTA in den für uns wesentlichen Punkten hochwertige Programme sind, die sich nur in Details unterscheiden, nicht aber in der Qualität der Ergebnisse. Aber, wie bei allem, hat man seine Präferenzen. Der eine mag das, der andere das. Alles eine Sache der Gewöhnung... ;)

    Gruß Alex

  • Dazu muss ich auch gestehen, dass ich die Darstellung so verbockt habe, mit dem Gedanken, dass sich die nennenswerten Unterschiede der beiden Hochtöner so zeigen und gut ablesbar wären.

    An die mangelnde Vergleichbarkeit mit den Messungen anderer hab ich allerdings schlicht nicht gedacht.

    In sofern - nächstes mal besser.

  • Jau gerne, grade erst war ein User aus der Facebook Gruppe so nett und hat einen seiner Hochtöner für mich durchgemessen.

    Ich wär dir super dankbar dafür, dann kann ich nämlich gucken wohin die Reise geht 👌🏻

  • Etwas verspätet, aber hier beide HT im Vergleich:

    Ja, die Impedanz ist in der Spitze nicht deckungsgleich, dennoch liegen sie aus meiner Sicht dicht genug beieinander.

    Und hier einmal die Messung von Gazza drüber gelegt:

    Bitte beachten, dass die Phase hier nicht deckungsgleich verlaufen kann, da DATS diese bis 180 Grad angibt, die Messung von Gazza diese aber nur bis 90 Grad zeigt.

    Ich hoffe, das hilft dir irgendwie weiter.

  • Nochmals vielen Dank für die ganzen Zusendungen.

    Ich hatte ja bereits in der Vergangenheit Nahfeldmessungen der Hochtöner gepostet. Heute bin ich dann endlich mal dazu gekommen, die Kiste auf den Drehteller zu schmeißen, und die Hochtöner auch unter Winkeln zu vermessen. Und hier wurde es dann so richtig interessant.

    Ich habe dies zunächst für einen Fehler gehalten, aber die Messungen sind Wiederholgenau. Beschaltung, Aufbau, Eingansleistung, alles identisch. Messabstand liegt bei ca. 1 Meter.

    Die Farbgebung ist die gleiche, wie im Eröffnungspost.

    Die Störungen unter Winkeln treten bei 5,8Khz und bei 11,7Khz auf, das ist schon recht verdächtig, da es ziemlich dicht an einer exakten Verdopplung der Frequenz liegt.

  • Hab die grad mal unter die Lupe genommen, einer der Waveguides scheint schief auf den Hochtöner gesetzt worden zu sein.

    Kann leider nicht präzise sagen, ob die Einbrüche unter Winkeln daher kommen, es erscheint mir aber möglich.

    Ich habe Fotos gemacht, die mit möglichst gleich bleibenden Winkeln und Abständen aufgenommen wurden, der Unterschied ist auch mit bloßem Auge erkennbar, allerdings nicht, wenn man nur von oben drauf schaut.

    Gemeint ist die dicke des Luftspalts von der Sicke zum Waveguide. Der Farbklecks entspricht den Farben der Messungen, und ist der Zuordnung der Hochtöner zu den jeweiligen Messungen dienlich.

    Die Hochtöner wurden bei möglichst gleichbleibender senkrechter Achse für jedes Foto um 180° gedreht.

  • Das sieht ganz danach aus, als hättest du ein Montagsexemplar erwischt. Hast du die Rechnung noch? Erfolgte der Kauf erst kürzlich? Wenn du beides mit "ja" beantworten kannst, versuch das Teil umzutauschen. Wenn das nicht mehr geht, würde ich einen neuen kaufen. Das wäre zwar ärgerlich, aber bei dem recht geringen Preis bleibt es verschmerzbar.

  • So das Dritte Exemplar ist eingetroffen, auch hier sind noch Abweichungen festzustellen, die sich größtenteils oberhalb von 10Khz und unter Winkeln abspielen, auch der Impedanzschrieb zeigt noch Unterschiede. Dennoch sind die wirklich wichtigen Bereiche annähernd deckungsgleich. Ob man den Unterschied jetzt hört sei mal dahingestellt, ich habe probiert Unterschiede zu hören, da kommt aber auch schon wieder der unberechenbare Faktor der Suggestion einer Einzelperson ins Spiel, und ab da wird die ganze Sache so schwammig, dass ich da kein Urteil mit Gewissheit fällen könnte. .

    Dass das so ist, finde ich noch immer nicht toll, ist aber für einen Hochtöner mit Waveguide, der schlappe 18 Euro kostet, schon okay. Wichtiger ist, dass die Weiche keiner Anpassung bedarf.

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