• Deine Frage lässt nicht so ganz pauschal beantworten. Es ist immer abhängig davon, welche Gehäuseart man simulieren möchte. Für die gängigen Gehäusearten [definition='3','0']CB[/definition] und [definition='2','0']BR[/definition] gibt es unzählige Onlinerechner und Programme. Da wäre z. B. WinISD (ich habe bewusst die ältere und intuitivere Version verlinkt). Auch VituixCAD bietet diese Möglichkeiten über das Enclosure Tool. Dann wäre da noch BassCADe, welches das auch recht gut erledigt. Nicht zuletzt kann das auch mit Boxsim erledigen, dem eine Studie aus einem anderen Forum die korrekteste Ermittlung der Portlänge bescheinigt. Diese kann man aber im Rahmen der Entwicklung auch durch eine kontrollierende Impedanzmessung korrigieren.

    Will man speziellere Gehäusetypen wie [definition='5','0']TML[/definition] oder [definition='6','0']TQWT[/definition] simulieren, benötigt man z. B. AJHorn oder die MJK Sheets, die aber leider nicht mehr im Verkauf sind. Beide Programme sind/waren kostenpflichtig. AJHorn bietet auch die Möglichkeit, [definition='4','0']GHP[/definition] Gehäuse zu simulieren. Letzteres können auch die Demoversion von AJHorn und Basta! von Tolvan, welches inzwischen mit einer kostenlosen Lizenz heruntergeladen werden kann.

    Persönlich simuliere ich [definition='2','0']BR[/definition] meist mit AJHorn und checke mit dem [definition='26','0']MJK Sheet[/definition] nochmal nach.

  • [definition='3','0']CB[/definition], [definition='4','0']GHP[/definition], [definition='2','0']BR[/definition] simuliere ich in der Regel mit AJHorn. WinISD wenn es um eine Entwicklung mit Passivmembran geht. Ich werde mich aber wohl mal etwas intensiver mit den Möglichkeiten in VituixCAD beschäftigen, denn dann hätte man ein Programm für Gehäuse-, Schallwand- und Weichensimus.

  • Hornresp habe ich auch mal eine Weile genutzt - ist aber einfach zu kompliziert in meinen Augen, was ich echt schade finde. Ich will mich nicht jedes mal wieder in das Programm einarbeiten müssen, wenn ich es ab und zu mal benutze.

    Für mich die selbsterklärendste Software ist BassCADe, deshalb mache ich damit auch viel. Aber da hat sicher jeder andere Präferenzen und es kommt sicherlich auch immer darauf an, woran man sich als erstes gewöhnt hat.

    Viele Grüße,
    Oli

  • Hallo zusammen,

    ich plane gerade einen 2-Weger für meine Garage mit der Lavoce Horn/Druckkammertreiber Kombi aus der AltaVoce vom Don mit einem Lavoce FBASS-0818 (sehr originell, ich weiß ;) ).

    Hierfür hatte ich ein bisschen mit WinISD und VituixCAD simuliert und bin abschließend vom Don auf 22,19 Liter für [definition='2','0']BR[/definition] beraten worden. Sofern ich allerdings eine leichte Betonung im Oberbass akzeptiere bzw. wünsche, was ich tue, da ich ganz gerne Metal und Konsorten bei entsprechender Lautstärke in eben jener Garage laufen lassen möchte.

    Wenn ich mit VituixCAD die stehenden Wellen im geplanten Gehäuse simuliere, erscheint Folgendes:

    Die erste Resonanz wäre demnach bei ca. 450 Hz (meine eigenen Berechnungen bestätigen dies):

    Dagegen dürfte doch nichts einzuwenden sein, oder? Wenn ich uns bekannte Lautsprecher mit vergleichbaren Maßen so simuliere, komme ich auf ähnliche Resonanzen.

    Frage: Aber ab welcher Frequenz wird es schwierig? Dass heißt, dass man einen IHA oder ähnliches einplanen müsste?

    Bei Standboxen mit ca. 1 Meter Höhe haben wir ja eine Stehende Welle mit ca 170 Hz, was Männerstimmen wohl dröhnen lässt...

    Über eine kurze Antwort würde ich mich freuen! Meine schlauen Bücher helfen hier nicht weiter...

    Ansgar

  • IHAs machen erst bei Stand-LS Sinn, weil gewöhnliches Dämpfungsmaterial bis etwa 300Hz hinab ganz gut funktioniert. Wenn man einen Kompakt-LS also praxisgerecht bedämpft, hat man in der Regel keine Probleme mit Stehwellen.

    Nettes Projekt btw. Sollte für Garagen und ähnliche Räume, in denen man sich auf die eine oder andere Hopfenkaltschale trifft, genau richtig sein.

    Viele Grüße,
    Oli

  • Man muss sich nur mal den Absorptionsgrad verschiedener Materialen ansehen. Tatsächlich ist es so, wie Oli es geschrieben hat: gewöhnliches Dämpfungsmaterial wie Fibsorb oder Basotect funktioniert sehr gut bis etwa 300 Hz. Darunter wird es dann schwierig und das ist dann der Punkt, an dem man sich ein bisschen mehr Gedanken machen sollte.

    Bei größeren Kompakten arbeite ich mit mit einem Materialmix (z.B. Fibsorb 100 an den Wänden, Basotect und eine Lage Fibsorb 50 unter dem Deckel und dem Boden), wird die Kiste noch höher, kommt ein IHA zum Einsatz. Ich für meinen Teil plane einen solchen bei Standlautsprechern immer mit ein. Es ist nur ein Brettchen mehr (je nach Auslegung kommt man mit einem Loch im Brettchen aus und man muss kein Rohr einsetzen) und da das Volumen des IHA zum Gesamtvolumen gerechnet wird, ist IHA auch recht leicht zu realisieren.

    BassCADe bietet mittlerweile wohl die Möglichkeit, einen IHA zu berechnen. Ich mache das per Excel mit der Formel von Bernd Timmermanns.

    Den von dir aufgemalten Lautsprecher würde ich persönlich rundherum mit Fibsorb 100 bedämpfen.

    EDIT: dabei fällt mir ein, dass ich mich noch mit Kimmo austauschen wollte. Eine Funktion zur Berechnung eines IHA würde VituixCAD auch sehr gut stehen.

  • Hallo Oli und Rouven,

    vielen Dank für eure Ausführungen! Ich hatte die Absorption der Dämpfungsmaterialien ganz vergessen... Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht.

    Ganz gute Erfahrung habe ich mit einem Mix aus DAU und Timmermanns gemacht :)

    Z.B. versuche ich die Wände nicht übermäßig zu bedämpfen. Hier nutze ich Teichvlies in schwerer Ausführung, sehr günstig und gut, finde ich. Am Boden und Deckel, wo der Druck am größten ist, Fibsorb oder auch jeweils nur 2 Lagen Noppenschaumstoff. In den Lautsprecher kommt dann das altbekannte IKEA-Kissen.

    Rouven, welche EXCEL-Formel für den IHA ist das? Ich habe auch eine, deren Quelle ich nicht notiert habe: bei mir sind es 12,5 % vom Netto-Volumen des Lautsprechers.

    Highfidele Grüße!

    Ansgar

  • Vielleicht können wir hier eine Rubrik aufmachen, wo es genau um das Thema Gehäusebedämpfung geht.

    Was hilft und wirkt gut bei den verschiedenen Gehäusearten?!

    Ich stehe selbst davor das Gehäuse (13 Liter [definition='2','0']BR[/definition]) korrekt zu bedämpfen.

    Aktuell habe ich Fibsorb 50 oder 100, das was ich noch hier hatte, rundum im Gehäuse angebracht. Natürlich sind die Chassis freigeblieben.

    Einfach nach Gefühl/ frei Schnauze

  • Ich sag's mal pragmatisch: Tapezier die Kiste innen mit Fibsorb 50 (besser 100) oder ähnlichem, und sei glücklich.

    Geheimrezepte für Dämpfung gibt es nicht. Wie hier schon erwähnt, schlucken die üblichen Materialien Frequenzen bis runter zu 400 Hz recht gut. Das tut's bei Kompaktlautsprechern. Da sind keine Kapriolen nötig. Bei größeren Dimensionen (meist in der Höhe) helfen IHA oder Röhrenabsorber.

  • Ich mache das auch immer mehr nach Gefühl. Klar, man kann auch die Störungen lokalisieren und dann so lange testen, bis es passt. Am Ende kommt aber in den allermeisten Fällen genau das raus, was Alex geschrieben hat. Wenn man die Wände innen mit etwas dichterem Material auskleidet, hat man 95% der Störungen schon im Griff.

    Ansgar, ich hab oben in deinem Beitrag "Teichfolie" in "Teichvlies" geändert - nicht, dass noch jemand auf die Idee kommt, und da tatsächlich Folie rein tackert. ^^

    Viele Grüße,
    Oli

  • Beim Thema "Bedämpfung" kann man sich sicher verkünsteln, bis der Arzt kommt. Natürlich kann man jede noch so kleine Störung im Gehäuse bedämpfen. Das ist aber in den wenigsten Fällen nötig, weil vieles erst gar nicht durch die Membran nach außen gelangt. In der Regel bedämpfe ich so:

    • Kompakte bis etwa Größe der LYC werden mit Fibsorb 50 ausgekleidet
    • Kompakte ab LYC bis sagen wir mal Kid Rock werden mit Fibsorb 100 ausgekleidet
    • Standlautsprecher im Format Crazy oder Kiano werden mit Fibsorb 50 ausgekleidet + IHA auf den 50 mm Noppenschaum kommt + Polyesterwatte im IHA
    • Standlautsprecher wie zum Beispiel unsere neue Albany werden mit Fibsorb 100 ausgekleidet + IHA auf den 50 mm Noppenschaum kommt + Polyesterwatte im IHA
    • [definition='6','0']TQWT[/definition] habe ich selbst noch keine gebaut, würde aber dort mit nem akustischen Sumpf arbeiten, den man sich bei jeder [definition='6','0']TQWT[/definition] von Alex oder Gazza abschauen kann
    • Wenn im Gehäuse ein zusätzliches Gehäuse für eine MHT-Einheit verbaut wird, beklebe ich diese rundherum mit Basotect

    Das hat bisher immer wunderbar gepasst.

    Kleber Klaus Deine 13 Liter Kiste würde ich persönlich mit Fibsorb 50 oder Fibsorb 100 auskleiden - was gerade da ist. Da die Kiste vermutlich höher als breit ist, kann man unter dem Deckel auch 2 Lagen Fibsorb 50 verkleben.

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