Hallo zusammen,
hier möchte ich die Entwicklung der Lautsprecher für mein Wohnzimmer dokumentieren.
Bisher hat keiner meiner Lautsprecher einen Namen erhalten, aber da ich die Entwicklung diesmal in Form eines Threads dokumentiere, hielt ich einen Namen für angebracht. Da ich was solche Dinge angeht nicht sonderlich kreativ bin habe ich als Benennung einen Code gewählt, wie es z.B. auch Genelec macht. Der Code ist folgendermaßen aufgebaut:
XXYZZA
XX: zweistellige Buchstabenkombination die die Art des Lautsprechers beschreibt (WG = Waveguide, DW = Doppelwaveguide, HN = Horn, DH = Doppelhorn, SW = Subwoofer etc. Für "normale" Lautsprecher ist mir noch keine Buchstabenkombination eingefallen)
Y: Anzahl der Wege
ZZ: Größe des Tieftöners in Zoll (Zweistellig)
A: Fortlaufende Nummer, falls mehrere Lautsprecher in die gleiche Kategorie fallen
Bei dieser Entwicklung handelt es sich also um einen Lautsprecher mit einem Waveguide, mit 2 Wegen und einem 7-Zoll Tieftöner.
Entwurf
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Die Idee ist einen 7 Zoll-Tieftöner mit einem 19 mm-Hochtöner zu verheiraten. Zur Anpassung des Abstrahlverhaltens dient ein Waveguide.
Da ich nicht über eine (CNC-)Fräsmaschine verfüge und mir das kantige Design irgendwie gefällt soll der Waveguide so gestaltet werden, dass ich die einzelnen Segmente mit einer Kappsäge gefertigt kriege und diese dann zusammensetze. Da ich dem Waveguide keine unendliche Schallwand spendieren kann und will, sollen zur Minimierung der Kantenreflektionen breite Fasen verwendet werden.
Chassisauswahl
Hochtöner:
19 mm Magnesiumkalotte aus dem ausfahrbaren Hochtöner des B&O-Systems im BMW.
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links: SPL bei 1W/1m bei freier Aufhängung in einem reflektionsarmen Messraum.
rechts: Zugehörige 2. und 3. Harmonische bei einem 1W-Sinussignal
Es zeigen sich durch die kleine steife und leichte Membran bis 20 kHz keine erkennbaren Resonanzen.
Oberhalb von 2 kHz sind beide Klirr-Komponenten unterhalb von 1%. Oberhalb von 3 kHz sogar unter 0,5%.
Tieftöner:
7 Zoll Magnesium-Composite-Konus Eton Arcosia 7-218
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links: SPL bei 1W/1m in 700 Liter in 940 mm x 1240 mm-Schallwand in einem reflektionsarmen Messraum.
mitte: Zugehörige 2. und 3. Harmonische bei einem 1W-Sinussignal
rechts: Zugehörige 2. und 3. Harmonische bei einem 10W-Sinussignal
Es zeigt sich eine - für Metallmembranen typisch - ausgeprägte Resonanz bei 5-6 kHz. Demzufolge zeigt der k2 bei der halben Frequenz und der k3 bei einem drittel der Frequenz eine stärkere Ausprägung. Allerding halten sich diese selbst bei 10W noch in Grenzen.
Bei knapp über 1 kHz fängt das Chassis an zu bündeln. Bei rund 2,5 kHz ist die Abstrahlung bei 60° um etwa 6 dB gegenüber 0° gesunken, bei ca. 4 kHz entsprechend die 30°-Abstrahlung. Diese beiden Punkte dürften gut als klar definierbare Punkte zur Auslegung Waveguides dienen, da irgendwo dazwischen auch die Grenzfrequenz liegen sollte um zum einen keine Probleme mit der Resonanz des Tieftöners und keine zu hohen Auslenkungen des kleinen Hochtöners zu bekommen.
Zur Zeit bin ich gerade an ein paar Grundlegenden Simulationen eines Waveguides um ein bisschen ein Gefühl der Zusammenhänge zu bekommen, da dies mein erstes Waveguide ist, dass ich auslege. Sobald ich diesbezüglich etwas vorzeigbares habe werde ich es hier präsentieren.
Ich bin für Anregungen offen. Gerne auch Hinweise was ich evtl. beachten und was ich unbedingt vermeiden sollte.