Neuanschaffungen Messequipment

  • Moin zusammen,

    da ich plane in weiterer Zukunft noch einige Lautsprecher zu entwickeln, die dann auch gerne mehr kosten dürfen, möchte ich mein bisheriges Equipment in den Ruhestand schicken.

    Das Umik soll, zusammen mit meinem alten Ubuntu Rechner, in die Mottenkiste.


    Was geplant ist:

    -Gebrauchtes Thinkpad mit Windows 11 Pro (bekomme ich günstig refurbished vom Fachhändler meines Vertrauens). Entsprechend auch Umstieg auf Arta iVm. VituixCad. Wobei die Entscheidung zwischen REW und Arta noch zu treffen ist.

    -Sonarworks ID-Reference Mic in Kombi mit dem Focusrite Scarlett 2i2 - hier bin ich für Empfehlungen noch offen, was Soundkarten angeht, die (Semi)zweikanalig betrieben werden können.

    -Die Artamessbox, wobei die Impedanzmessbox in Kombination mit dem Behringer Uca202 ihren Dienst gut verrichtet und mich das umstöpseln nicht stört.

    Insbesondere bei teureren Konstruktionen würde mich die weitere Nutzung von Einsteigerequipment stören (und vermutlich auch behindern), daher der Entschluss auf professionelleres Equipment umzustellen.

    Messverstärker bleibt der Yamaha RX-V 430 RDS

    Habt ihr noch Gedanken, Anregungen oder Tipps zu dem angestrebten Equipment, besonders was die Funktionalität und den (für mich vermutlich schwierigen) Umstieg auf Windows angeht?

    Ps: Auf Social Media verzichte derzeit aus persönlichen Gründen vollständig, daher ist auch mein Facebook Account deaktiviert, was evtl. dem ein oder Anderen aufgefallen sein könnte. Das hat aber nichts mit Gruppe oder Community zu tun.

  • Zum Mikrofon kann ich nicht viel sagen, da ich es nicht kenne.


    Das Soundinterface ist Preis-Leistungstechnisch wirklich sehr gut. Was für deinen Zweck aber günstiger bei gleicher Leistung ist, wäre das Focusrite Scarlett Solo. Das hat ebenfalls jeweils zwei Ein- und Ausgänge. Hat allerdings nur einen Mikrofonverstärker. Einen zweiten benötigst du ja auch gar nicht. Hat auch den Vorteil, dass du an dem zweiten Eingang keine Phantomspeisung hast, die je nachdem was du anschließt evtl problematisch für die Quelle sein könnte. Bei der 2i2 lässt sich die Phantomspeisung nicht für beide Eingänge seperat schalten.

  • Zu dem Mic kann ich was sagen: sowohl das Sonarworks, als auch das Messmic von Dayton habe ich getestet und gegen mein iSEMcon EMX-7150 antreten lassen. Beide Mics wurden mit individuellen Kalibrierfiles geliefert bzw. man musste sich diese bei den Herstellern herunterladen und nach Eingabe der Seriennummer bekommt man dann sein idividuelles File. Hier das Ergebnis:

    Das sind nur Nuancen, in denen sie sich unterscheiden. Ich würde sie alle ohne schlechtes Gewissen für die Lautsprecherentwicklung einsetzen.

    EDIT: man sollte bei den Vergleichsmessungen auch beachten, dass ich natürlich die Mikrofone an- und abmontieren musste und eine zu 100% genau übereinstimmende Position zu finden ist zumindest für mich fast unmöglich. Auch dadurch können minimal andere Messungen zustande gekommen sein.

  • Zum Mikrofon kann ich nicht viel sagen, da ich es nicht kenne.


    Das Soundinterface ist Preis-Leistungstechnisch wirklich sehr gut. Was für deinen Zweck aber günstiger bei gleicher Leistung ist, wäre das Focusrite Scarlett Solo. Das hat ebenfalls jeweils zwei Ein- und Ausgänge. Hat allerdings nur einen Mikrofonverstärker. Einen zweiten benötigst du ja auch gar nicht. Hat auch den Vorteil, dass du an dem zweiten Eingang keine Phantomspeisung hast, die je nachdem was du anschließt evtl problematisch für die Quelle sein könnte. Bei der 2i2 lässt sich die Phantomspeisung nicht für beide Eingänge seperat schalten.


    Ich habe noch nie mit einem zweikanaligen system gearbeitet.

    Wird der Referenzkanal dann physisch verbunden ( zB. Line Out zu Line In) oder wird das per Software geroutet?

  • Ich habe es noch nie geschafft, mit einem kombiniertem Soundinterface ein zweikanaliges Setup aufzubauen. Vllt. war ich auch einfach zu doof dafür. Ich habe dann den Monacor Mic-VV und eine ESI Maya 44+ USB angeschafft. Das ist auch das Setup, welches Alex und Gazza nutzen und damit war es für mich ein no-brainer, das auch so anzuschaffen. Nutzen was sich bewährt hat ;)

  • Wird der Referenzkanal dann physisch verbunden ( zB. Line Out zu Line In) oder wird das per Software geroutet?

    Ersteres.

    Ich habe an dem einen Line-Out einen Y-Adapter on da aus gehe ich dann mit einem Kabel direkt in den Line-In und dem anderen in den Verstärker. Das Messmikrofon geht dann an den anderen Line-In

  • Ersteres.

    Ich habe an dem einen Line-Out einen Y-Adapter on da aus gehe ich dann mit einem Kabel direkt in den Line-In und dem anderen in den Verstärker. Das Messmikrofon geht dann an den anderen Line-In

    Ich hätte jetzt gedacht, dass ich einen Line Out brauche, auf dem das Referenzsignal liegt, das durch Line in über einen der Stereokanäle zurück zum Rechner geführt wird. (via usb)

    Der andere Line Out geht zum Verstärker und das Signal vom Mikro auf den noch übrigen Stereokanal vom Eingang.

    Damit hätte ich ja theoretisch zwei Outputs, von denen einer zurück zum Rechner geht und einer zum Verstärker + zwei Inputs, bestehend aus Mikrosignal auf einem Stereokanal und Loopback Signal auf dem anderen Stereokanal.

    Wo ist da mein Denkfehler?

  • Es geht beides

    Bei REW kann man als "Ref Output" einen anderen Kanal oder den gleichen wie für das Messsignal wählen. Um eventuelle Unterschiede zwischen den Output-Kanälen gar nicht als Fehler einfließen lassen zu können habe ich die Variante mit dem gleichen Kanal und dem Y-Adapter gewählt.

    Bei Arta war es glaube ich so, dass man immer den gleichen Ausgang als Referenz und als Signal nimmt. Ich kann mich aber auch irren.

  • Mit einem Y-Kabel baust du mW ein semi-zweikanaliges Setup auf. Verwendet man getrennte Eingänge, ist es ein zweikanaliges Setup. Ich habe mit ARTA immer auf ein zweikanaliges Setup gesetzt. Das sieht dann so aus:

    - Ausgang, linker Kanal geht zum Verstärker
    - Eingang, linker Kanal kommt vom Mic-VV
    - Eingang, rechter Kanal ist das Referenzsignal

    Welcher Kanal für was genutzt wird, ist in ARTA frei einstellbar.

  • Mit einem Y-Kabel baust du mW ein semi-zweikanaliges Setup auf. Verwendet man getrennte Eingänge, ist es ein zweikanaliges Setup. Ich habe mit ARTA immer auf ein zweikanaliges Setup gesetzt. Das sieht dann so aus:

    - Ausgang, linker Kanal geht zum Verstärker
    - Eingang, linker Kanal kommt vom Mic-VV
    - Eingang, rechter Kanal ist das Referenzsignal

    Welcher Kanal für was genutzt wird, ist in ARTA frei einstellbar.

    Interessante Zeichnung, danke dafür.


    Ich nehme an, dass das für die Zeitrichtigkeit im wesentlichen keine Unterschiede macht, da:

    Ein analoger Messverstärker keine Latenzen verursacht, die die Zeitrichtigkeit verfälschen würden.

    Eine kalibrierte Messkette an keiner Stelle Frequenzfehler ausweist (was man per Loopback entsprechend) kontrollieren kann.


    Sofern Softwareseitig alles korrekt eingestellt ist, sollten Zweikanalige und Semi-Zweikanalige Messungen die selben relativen Phasenbezüge in de Messungen herstellen. Ein Umstellung von Semi-Zweikanalig auf Zweikanalig sollte ohnehin ergänzend möglich sein.

    Liege ich da richtig?


    Ich habe grade gesehen, dass die Focusrite Scarlett Solo bereits in der 4. Generation auf dem Markt ist und von sich aus eine Loopback Möglichkeit haben soll.

  • Mein kurzer Senf zur Frage nach der zu verwendenden Software. Meiner einer empfiehlt ganz klar ARTA. Im Gegensatz zu REW bietet ARTA den Vorteil, dass bei kalibriertem zweikanaligem Setup immer der korrekte Pegel angezeigt wird, unabhängig vom Pegel, der bei der Messung tatsächlich vorliegt. REW bietet das nicht. Bei Veränderung des Messpegels wird bei REW auch ein anderer Pegel angezeigt.

  • Ja, semi-zweikanalig und zweikanalig sollten in der Theorie dieselben Phasenbezüge herstellen. Ich habe auch nur darauf hingewiesen, dass ich mit einem Soundinterface noch nie ein zweikanaliges Setup zustande gebracht habe und deswegen auf einen separaten Mic-VV und eine Soundkarte gesetzt habe. Damit sind Fehler definitiv ausgeschlossen und aus dem Messergebnis rausgerechnet.

    donhighend das geht auch mit REW. Muss man nur einmal durchspielen. Ist dann dasselbe wie in ARTA. Allerdings finde ich die Darstellung in ARTA immer noch schöner, als in REW. Aber das ist ja bekanntlich Geschmacksache.

  • Mit einem Y-Kabel baust du mW ein semi-zweikanaliges Setup auf. Verwendet man getrennte Eingänge, ist es ein zweikanaliges Setup.

    Ich habe den Unterschied zwischen zweikanalig und semi-zweikanalig immer ganz anders verstanden (müsste aber selbst nachsehen, ob ich richtig liege):

    Semi-zweikanalig:

    Line-Out wird direkt mit Line-In verbunden, einerlei, ob der zweite Line-Out benutzt wird, oder ob unter Verwendung eines Y-Kabels der gleiche Line-Out wie für das Mess-Signal verwendet wird (bei mir Ersteres)

    Zweikanalig:

    Die Rückführung des Zeitreferenz-Signals erfolgt nach dem Messverstärker, der Verstärker ist also in die Loopback-Schleife eingebunden, so, wie es auch auf dem von Rouven geposteten Bild zu sehen ist:

    1338

    *edit*:

    Noch zu Messmikrofonen: es gibt verschiedene Gelegenheitne, bei denen am Mikro hohe Pegel anliegen können, Nahfeldmessungen für die Bassergänzung gefensterter Messungen z.B., oder auch Verzerrungsmessungen. Je nachdem, ob man sowas machen möchte, kann eine hohe Pegelfestigkeit des Mikros schon von Vorteil sein.

    Für das Sonarworks-Mikro habe ich diese Angabe gefunden:

    "Maximum sound level: 124 dB SPL", wobei der dann erreichte Verzerrungsgrad nicht angegeben ist.

    Da geht z.B. bei einem Isemcon EMX-7150 schon mehr, hier gibt es die Angabe:

    "3% Verzerrungsgrenze 146dBspl typ"

    Es ist halt nur leider mehr als doppelt so teuer.

    Ich hatte hier das EMX-7150 mal mit dem IMG ECM-40 (vermutlich vergleichbar mit dem Sonarworks) verglichen. Dort konnte man über die Verzerrungsmessung eine Ahnung davon bekommen, wie sich sowas praktisch zeigen kann.

    4 Mal editiert, zuletzt von Azrael (12. Juli 2025 um 19:39)

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