Einfache aber gute Messung von Lautsprechern?

  • Jo, das war es wohl. Sicher bin ich mir aber nicht. Jedenfalls hatte ich was im Kopf. Die Frage ist, ob man sich das antun muss. Ich hatte das Ding mal und inzwischen wurde es an Mat weitergegeben. Mich hat genervt, dass man bei Unachtsamkeit stĂ€ndig das kleine LautstĂ€rkerĂ€dchen verstellt hat. Das kann man aber mit einem Tropfen Heißklebepampe fixieren. An andere Probleme erinnere ich mich selbst auch nicht.

  • Bei mir ging die Behringer einwandfrei, bis auf die Tatsache, dass ich dauernd an dieses LautstĂ€rkereglerchen gekommen bin und dadurch der Pegel nicht stimmte. Das könnte man mit einem Tropfen Heißkleber reversibel fixieren. Ansonsten lief die bei mir. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass ich von Problemen gelesen habe...


    Ne M-Audio Transit ist 15-20 Jahre alt. Die bekommst du nicht mehr.

  • Hallo zusammen!


    Mittlerweile ist soweit alles bestellt.

    USB Soundkarte, Mikrofon, VV VerstĂ€rker, Bauteile fĂŒr ARTA Messbox, sowie die TMT und HT.

    Ich wĂŒrde dann als erstes versuchen, die [definition='1','0'] TSP "> TSP [/definition] zu messen. Laut Anleitung ist hierfĂŒr eine Masse auf der Membran notwendig. Ist das in der Tat so? Und wie sieht es bei den AMT HT aus? Da könnte ich ja gar nichts beschweren...

    Ebenso habe ich es hĂ€ufig im netzt gefunden, das die Messung vertikal und ohne Masse durchgefĂŒhrt wird...

    VLG, Christoph

  • Dann hst das Netz dich belogen. Eine vertikale Messung ist korrekt, aber ohne zusĂ€tzliche Masse kannst du keine [definition='1','0'] TSP "> TSP [/definition] ermitteln.

    Zuerst wird ohne Zusatzmasse gemessen, und dabei werden schon einige Komponenten des [definition='1','0'] TSP "> TSP [/definition] Satzes erfasst. Der zweite Messdurchgang erfolgt mit der zusĂ€tzlichen Masse, wodurch sich die Resonanz in einen tieferen Bereich verschiebt. Aus dieser Vergleichsmessung werden die noch fehlenden und fĂŒr eine Bestimmung des notwendigen GehĂ€usevolumens wichtigen Komponenten des [definition='1','0'] TSP "> TSP [/definition] Satzes errechnet.

  • Wir verwenden dafĂŒr z.B. https://www.bauhaus.info/dichtungen/pla
rmit/p/13282485 Plastic Fermit. Das ist eine klebrige Masse, die in der Regel keine RĂŒckstĂ€nde hinterlĂ€sst.

    Mit einer kleinen "Kifferwaage" kann man das dann sehr gut abwiegen. Die Zusatzmasse sollte dabei im Bereich der Membranmasse (Mms) des Chassis liegen. Dann formt man daraus eine Wurst, legt sie gleichmĂ€ĂŸig um die Staubschutzkalotte und drĂŒckt sie leicht fest.

    Vorher immer die HĂ€nde waschen, damit sich Schmutz und Fett nicht in die Masse arbeiten und irgendwann doch Spuren auf der Membran hinterlassen.


    Bei Hochtönern muss man keine [definition='1','0'] TSP "> TSP [/definition] messen. Die [definition='1','0'] TSP "> TSP [/definition] beschreiben nur das Verhalten eines Chassis um dessen Resonanzfrequenz. Das benötigt man fĂŒr die GehĂ€usesimulation. Bei HT ist das ĂŒberflĂŒssig.

    Viele GrĂŒĂŸe,
    Oli

  • ..., aber ohne zusĂ€tzliche Masse kannst du keine [definition='1','0'] TSP "> TSP [/definition] ermitteln.


    Das stimmt so nicht ganz.

    Richtig wÀre: Nur durch eine einzelne Impedanzmessung kannst du, ohne dass einer der folgenden Parameter:

    • Kms/Cms
    • Rms
    • Mms
    • Mmd
    • Vas
    • Bl

    bekannt ist, die [definition='1','0'] TSP "> TSP [/definition] nicht vollstĂ€ndig messen, also so, dass du ein GehĂ€use damit simulieren könntest (Eine bekannte effektive schallabstrahlende FlĂ€che Sd jetzt mal vorausesetzt). Der Grund dafĂŒr ist, dass sich die Resonanzspitze aus 4 Parametern (Kms, Rms, Mms und Bl) bestimmt, sue aber nur 3 Informationen (Frequenz, Höhe und Breite) liefert.

    Das heißt, du musst auf irgendeine andere Art einen der Parameter oder ein passendes VerhĂ€ltnis zwischen zwei Parametern ermitteln. Hierzu gibt es mehrere Möglichkeiten. Ich möchte mal 6 Möglichkeiten, die mir gerade so einfallen, nennen. Sortiert danach wie gĂ€ngig das Verfahren ist:

    1. Eine zweite Messung der Impedanz mit einer Zusatzmasse. Hier wird sich durch die damit höhere schwingende Masse die Resonanzfrequenz verringern. Wenn sich z.B. die Resonanzfrequenz z.B. um den Faktor 0,707 verringert, weißt du, dass sich die schwingende Masse um den Faktor 1/0,707ÂČ = 2 erhöht hat, dass heißt die schwingende Masse des Lautsprechers ist genau so groß wie deine Zusatzmasse. Hier musst du aber nicht viel rechnen, denn das machen die gĂ€ngigen Programme nach eingabe der Zusatzmasse von alleine.
    2. Einbau des Lautsprechers in ein GehĂ€use bekannten Volumens. Hier wird durch die zusĂ€tzliche Luftfeder die Resonanzfrequenz erhöht. Wenn sich z.B. die Resonanzfrequenz um den Faktor 1,414 erhöht, weißt du, dass sich die Federsteifigkeit um den Faktor 1,414ÂČ = 2 erhöht hat, also die Steifigkeit der Luftfeder genau so hoch ist wie die der AufhĂ€ngung also Vas gleich dem Volumen des GehĂ€uses ist. Auch des berechnen die gĂ€ngigen Programme automatisch.
    3. Messung der Auslenkung in AbhĂ€ngigkeit von der Frequenz z.B. mit einem Laser-Wegsensor, wie es das Standardverfahren bei Klippel ist. Hier ist die Auslenkung bei niedrigen Frequenzen abhĂ€ngig von Bl/Kms und bei hohen von Bl/Mms. Da die Impedanzmessung die VerhĂ€ltnisse BlÂČ/Mms bzw. BlÂČ/Kms liefert, ergibt sich z.B. (BlÂČ/Mms)/(Bl/Mms)=Bl
    4. Messung des Schalldruckfrequenzgangs in definiertem Abstand und bei Einbau in einer Schallwand. Hier lÀsst sich mit dem Abstand und Sd die Auslenkung berechnen und damit dann wie bei Punkt 3. der Antriebsfaktor Bl.
    5. Bestimmung der Masse Mmd durch andere Verfahren. Wenn man z.B. die Schwingeinheit herausschneidet und auf die Wage legt, oder die Massen der einzelnen Komponenten und des verwendeten Klebers bekannt ist.
    6. Auflegen eines Gewichts auf die Membran und Messen des benötigten Stroms um die Membran wieder in die Ursprungslage zurĂŒckzubringen. Hierdurch lĂ€sst sich Bl bestimmen.
  • Du kennst entweder eine zweite Messung mit einer Zusatzmasse (Bei Limp: Added mass method) machen oder eine zweite Messung mit einem geschlossenen GehĂ€use (Bei Limp: Closed bix method).


    Also bei der Variante mit GehÀuse dann entsprechend ohne Zusatzmasse.


    Du kannst natĂŒrlich auch erst eine Messung mit Zusatzmasse machen und dann eine mit geschlossenen GehĂ€use um das Ergebnis zu ĂŒberprĂŒfen, ist aber eigentlich nicht nötig. Wenn du den Lautsprechertreiber nacher ins erste TestgehĂ€use einbaust, kannst du ja auch dann ĂŒberprĂŒfen.


    Edit: Cool ich bin gerade mit diesem Beitrag vom Rang "AnfĂ€nger" zum Rang "SchĂŒler" aufgestiegen :)

  • Bei der Messung in einem GehĂ€use kommt immer auch der Verlustfaktor des GehĂ€uses hinzu. Also Undichtigkeiten, VerfĂ€lschungen durch GehĂ€useresonanzen usw.

    Daher halte ich das fĂŒr die fehleranfĂ€lligere Variante. Und man muss zusĂ€tzlich noch fĂŒr jedes Chassis ein passendes GehĂ€use mit passendem Schallwandausschnitt fertigen.


    Die Variante mit Zusatzmasse ist daher in meinen Augen die Einzige, die fĂŒr unsere VerhĂ€ltnisse praxisgerecht ist. Aber trotzdem danke fĂŒr die Nennung der anderen Varianten. Ein, zwei waren da dabei, die ich nicht kannte. :thumbup:

    Viele GrĂŒĂŸe,
    Oli

  • Eine Frage zur Zusatzmasse. Plastikfermit sorgt bei Papierchassis ja gerne mal fĂŒr RĂŒckstĂ€nde. Ich hab das mal mit kleinen Neodymmagneten probiert. 6 StĂŒck im Dreieck angepappt und gemessen. Ich fand das sehr praktisch und leicht. Das sollte doch vom Ergebnis identisch zum Plastikfermit sein, sofern das Gewicht nahe der Membranmasse liegt?! Oder hab ich einen Denkfehler.

  • Solange das Plastic-Fermit nicht durch Fett von den Fingern oder Ähnlichem verunreinigt ist, hatte ich eigentlich noch nie Probleme mit RĂŒckstĂ€nden.
    Bei Magneten hĂ€tte ich immer etwas Bedenken, dass sich ja in unmittelbarer NĂ€he ein anderes Magnetfeld befindet. Keine Ahnung, ob das einen echten Einfluss hat, aber ganz ausschließen kann ich es auch nicht.

    Von den kleinen Neodym-Pillen habe ich auch Einige hier, vielleicht teste ich das demnĂ€chst mal. Bei großen Tieftönern braucht man da aber auch viele Magnete, um die nötige Masse zu erreichen.

    Viele GrĂŒĂŸe,
    Oli

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