• Hallo Dietmar, die Messungen sehen beim ersten Hinsehen korrekt aus. Ohne die nötigen Impedanzmessungen kann aber eine Probesimu nicht erfolgen.

    Zudem werden die genauen Abmessungen der Schallwand und die Positionen der Chassismittelpunkte benötigt, um eine entsprechende Diffaktionskurve für die Nahfeldmessung zu erstellen. Nahfeld messe ich übrigens immer mit Periodic Noise...

    Irgendwie hast du die Bilder seltsam eingestellt. Die lassen sich durch Anklicken nicht vergrößern, so dass ma leider Details wie die Fase nicht erkennen kann.

  • Hallo Dietmar,

    vielen Dank für die zusätzlichen Infos. Ab heute schippern meine Frau und ich 2 Wochen durch die Adria. In der Zeit bin ich PC-los, so dass ich nichts simulieren kann. Ich bin aber sicher, dass du in der Zeit dennoch Hilfe bekommst.

    Gruß Alex

  • wenn ich mir die FG so ansehe, dann verhält sich der MT vorbildlich, aber der HT leider nicht. Werde nun neue Schallwände mit anderen Fasen ausprobieren! Mal sehen, was dabei herauskommt (ohne den MT zu sehr in Mitleidenschaft zu ziehen). ...

    Viele Grüße

    Dietmar

  • Ich fürchte, dass Alex Recht: der HT macht einen Buckel, den er vorher so nicht gezeigt hat. Zum ausprobieren habe ich jetzt einfach mal nur HT und MT in Vituix geladen:

    Kann man schon machen, geht aber sicher besser.

    Zu deinen Messungen:

    Auch für den MT solltest du Nahfeldmessungen anfertigen. Das Dingen macht sicherlich unterhalb des Baffle Step und unterhalb des Messfensters noch Pegel. Entsprechend sollte auch NF Messungen des MT angefertigt werden um diese dann zu fügen. Ansonsten ist man im Bereich des Übergangs TT zu MT blind.

  • Hallo zusammen,

    vielleicht kann mir hierbei jemand helfen, bevor ich zu viel MdF-Ausschuss produziere?

    Bei meinem Projekt „MeineFetteDrei“ hatte ich mehrere HT/MT Anordnungen auf der Schallwand, die zu unterschiedlichen Ergebnissen geführt haben. Angefangen bei einer asymmetrischen Anordnung bin ich dann (nach Vorschlag von Alex) zu der Anordnung MT oben, HT in der Mitte übergangen. Das hat zu deutliche besserem Abstrahlverhalten des MT geführt. Leider haben meine angebrachten symmetrische Fasen dann wiederum zu schlechten HT-Ergebnissen geführt.

    Jetzt zu meiner Frage:

    Wenn man die Fasen so nah wie möglich an den HT führen soll, bietet sich (in meinem Fall siehe Bilder) wieder die Anordnung HT oben und MT in der Mitte an. Aber in welchem Winkel???

    Laut Heißmann Acoustics gibt es keine generelle Winkelempfehlung - nur, dass < 20° und > 40° weniger sinnvoll sind. Ein Simulationsprogramm für trapezförmige Fasen gibt es meines Wissens nicht.

    Irgendwelche Vorschläge?

    Viele Grüße

    Dietmar

  • Leider kann man das nicht pauschalisieren. Ich habe die besten Erfahrungen mit Fasen von ca 30-45° gemacht. Wenn das Material es hergibt, gehe ich meist auf 45°. Was du ausprobieren kannst: nimm ein übrig gebliebenes Brett, pack den HT oder MT da drauf und verpass dem Konstrukt mit ein paar Streifen Pappe entsprechende Fasen. Dann hältst du das Mic davor und misst einmal alle Winkel durch. Das wird zwar nicht 100%ig, aber es gibt dir eine Idee, wo die Reise hingeht.

  • Hallo zusammen,

    leider komme ich bei meinem Projekt nicht so richtig weiter.

    Zunächst habe ich eine Schallwand konstruiert, mit der man einigermaßen reproduzierbare Fasenwinkel messen kann. Front hat natürlich die gleichen Masse (27 cm x 53 cm) nur ohne TT. War mir nicht sicher, inwieweit der MT auf die Fase reagiert, also habe ich ihm ein eigenes Gehäuse – mit dem gleichen Volumen – spendiert (wie in der FettenDrei). Zusätzlich habe ich noch verifiziert, ob Seitenwände auch einen Einfluss auf die Messergebnisse haben (zumindest beim MT).

    Alles in allem, habe ich viele Messdaten erstellt, ohne einen wirklichen Nutzen daraus ziehen zu können. Um einen einigermaßen Gesamtüberblick zu erhalten, habe ich die Arta-Messdaten in REW importiert, da hier für mich die Darstellung aller Daten etwas eleganter ist.

    Wenn ich mir nun Daten getrennt von MT und HT von z.B. 0° Fase und 30° Fase übereinanderlege, kann ich keine gravierenden Unterschiede erkennen. Ich habe natürlich den HT wieder oben platziert, damit ich die Fase nah an den HT heranführen konnte (siehe Bilder).

    Habt Ihr noch eine Idee oder soll ich das ganze Projekt erst einmal verwerfen oder zurückstellen?

    Werde versuchen die aufgenommenen Daten hochzuladen…

    Danke im Voraus

  • Dietmar, ich bin wirklich baff, mit welcher Akribie und Geduld du an dein Projekt heran gehst. Leider bringt diese (eigentlich wünschenswerte) Herangehensweise ein anderes Problem mit sich. Ich befürchte, dass du den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr siehst. 794 verschiedene Schallwände bringen an 794 Stellen Verbesserungen, aber leider an anderen 794 Stellen auch Verschlechterungen. Ein Lautsprecher ist immer ein Kompromiss, den es so klein wie möglich zu halten gilt. Irgendwann ist dabei nach diversen Modifizierungen/Optimierungen eine Grenze erreicht, bei der weitere Optimierungsversuche nur noch marginale Veränderungen bringen. Ist man an diesem Punkt angekommen, bleibt nur der Versuch, aus diesen "bestmöglichen" Messungen ein Gesamtgebilde zu schaffen, bei dem die Fehler so klein wie möglich bleiben.

    Sehr gerne nenne ich in diesem Zusammenhang das Beispiel von 10 Kilo Sand, die zu gleichen Teilen auf zwei Behältnisse verteilt sind. Kippst du nun ein Kilo von einem Behälter in den anderen, wird der eine Behälter leichter, der andere schwerer. Es bleiben aber immer 10 Kilo. Da gilt es, die sinnvollste Verteilung zu finden.

    In meinen Augen war dein Konstrukt mit oben positioniertem MT gar nicht schlecht. Mein Popometer sagt, dass zwei Dinge den Fehler beim Achsenfrequenzgang des HT stärker gemacht haben, als er hätte sein müssen. Ich GLAUBE, dass die Kante durch die nicht bis nach ganz unten durchgezogene Fase und die Fasenbreite an sich den Frequenzgangfehler begünstigt haben. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass bei linearen Fasen 15-20 mm Breite optimal sind. Das hängt natürlich auch vom verwendeten Chassis und von der Breite der Schallwand ab. Werden lineare Fasen breiter, geht der Schuss in vielen Fällen nach hinten los, und es wird wieder schlechter. Daraus mag ich keine Gesetzmäßigkeit machen, es sind lediglich persönliche Erfahrungswerte.

    Am Beispiel der Visaton KE25, die recht linear ist, habe ich dir ein paar mögliche Gegebenheiten nachgestellt. In einem 60cm hohen und 30cm breiten Gehäuse sitzt die Kalotte auf 42cm Höhe unterhalb des Mitteltöners. Das erste Beispiel zeigt aber zunächst einmal den Frequenzgang auf der unendlichen Schallwand, wie Visaton ihn gemessen hat, also ohne Effekte durch den Baffle Step und/oder Kantendiffraktion:

    Der Frequenzgang ist nahezu ideal.

    Packen wir den HT nun in das oben beschriebene Gehäuse ohne Fasen, sieht es schon ganz anders aus:

    Die Kantendiffraktion zerrt am Frequenzgang. Verpassen wir dem Gehäuse nun seitliche Fasen mit 1,5cm Breite (Kathete) verbessert es sich wie folgt:

    Die gestrichelte Kurve zeigt zur besseren Vergleichbarkeit die Version Version ohne Fasen. Verbreitern wir nun auf 2 cm:

    Es wird wieder etwas anders, ob besser oder schlechter kann man nicht eindeutig sagen. Hier ein wenig mehr, dafür da etwas weniger. Mir gefällt es mit 1,5cm Fasen besser. Weiter geht's mit 2,5cm:

    Es ist wieder etwas anders, in meinen Augen etwas schlechter. Ich bin immer noch bei 1,5cm. Also mal schnell 3cm Fasen:

    In meinen Augen ist es nun nochmals etwas schlechter geworden, aber der Unterschied zu 2,5cm ist klein. Aber, das ist noch nicht alles. Der HT sitzt auf 42cm Höhe. Verschieben wir ihn nun einmal 2cm weiter nach unten, auf 40cm Höhe. Die Fasen bleiben bei 3cm:

    Nun ist es erheblich schlechter geworden...

    Wie du siehst, gibt es kein Geheimrezept. Scheinbar kleine Veränderungen können zu recht großen Auswirkungen führen. Solche Simulationen habe ich schon häufig durchgeführt und auf eigene Projekte übertragen. Dazu nutze ich meist einen geraden Strich als "ideal lineares Chassis". Das bildet das reine Verhalten der Einbausituation und der Schallwandgeometrie ab, ohne die Eigenschaften des verwendeten Chassis einzubeziehen. So kann man wenigstens die theoretisch beste Situation herausfinden. All das kann aber auch verdammt schnell nach hinten losgehen. Denn solche Simus berücksichtigen nicht die Geometrie des Chassis selbst. Es gibt z. B. HT deren Kalotte flach auf der Frontplatte sitzt und frei über sie herausragt. Bei anderen HT sitzt die Kalotte in einer kleinen Vertiefung bzw. Schallführung. Schrauben, die auf der Frontplatte des HT aufliegen und nicht versenkt sind? All diese Dinge können Simulationen mit einem scheinbar idealen Chassis nicht abbilden. Man muss halt auch sehr viel Glück dabei haben. Ich habe schon das eine oder andere Projekt eingestampft, weil die Realität ganz anders aussah, als die Simu mit ideal glatten Frequenzgängen es vorausgesagt hatte.

    Das alles gilt natürlich nur für reine Schallwandsimulationen, wie sie hier abgebildet sind. Simulationen mit selbst gemessenen Dateien stimmen i. a. R. fast deckungsgleich mit der Realität überein, sofern die Erfassung und Aufbereitung der Dateien korrekt erfolgte.

  • Hallo Alex,

    die Hoffnung stirbt zuletzt!

    Zunächst einmal ganz herzlichen Dank für deine sehr ausführlichen und detaillierten Erklärungen!!

    Erst einmal werde ich mir deine Infos „sacken“ lassen und dann wird sich bestimmt ein neuer, gangbarer Weg auftun. Ich denke, dass ich nochmals die Variante mit MT oben in Angriff nehmen werde - mal sehen.

    Mein „Popometer“ ist in diesem Metier leider noch ziemlich unterentwickelt. Ich arbeite daran😊.

    Ganz, ganz vielen Dank!

    Viele Grüße

    Dietmar

  • Hallo Alex, hallo Rouven,

    ich bräuchte bitte noch einmal eure Hilfe. Lohnt es sich, jetzt mit dem finalen Gehäusebau zu beginnen oder besser nicht?

    Nachdem ich nun wieder den MT nach oben und den HT darunter platziert habe, konnte ich jetzt die Messungen vergleichen. Eine 2,5 cm breite lineare Fase hatte zur Folge, dass ich die Gehäusebreite von 27 cm auf 32 cm erhöhen musste. Zur Vereinfachung habe ich euch mal 4 Screenshots von den Messungen der unbeschalteten Chassis angefertigt.

    Für mich sieht das Verhalten des MT fast besser aus, wenn er unterhalb des HT sitzt..?..

    Bild 1 = MT unten (Schallwandbreite 27 cm mit schräger 30° Fase)

    Bild 2 = MT oben (Schallwandbreite 32 cm mit linearer 2,5 cm, 45° Fase)

    Bild 3 = HT oben (Schallwandbreite 27 cm mit schräger 30° Fase)

    Bild 4 = HT unten (Schallwandbreite 32 cm mit linearer 2,5 cm, 45° Fase)

    Maße Schallwand und Chassis:

    Schallwandbreite erhöht auf 32 cm

    Schallwandhöhe 53 cm

    Maßangaben gemessen Ursprung links unten.

    45° Fase mit 2,5 cm Kantenlänge und 3,5 cm Länge der Schräge. Insgesamt 32 cm Breite.

    MT wieder oben, Höhe = 45,0 cm

    HT, Höhe = 33,2 cm

    Chassis-Mitte = 16 cm

    Schon im Voraus herzlichen Dank und

    vG Dietmar

  • Das geht doch in eine gute Richtung. Leider kann man ohne die Messungen des TT keine sinnvolle Simu erstellen, die eine belastbare Bewertung des zu erzielenden Abstrahlverhaltens ermöglicht.


    Ohnehin würde ich auf Basis deiner Mesungen keine finale Simu anstellen, weil da noch irgendwo der Wurm drin ist.

    Bei den Messungen bitte darauf achten, dass die Kurven am linken Rand des Messfensters alle möglichst auf identischer Höhe beginnen. Kann es sein, dass du den Lautsprecher bei Winkelmessungen falsch drehst? Der Mittelpunkt der unteren Schallwandvorderkante muss die Drehachse bilden. Ganz 100%ig wird das nie, aber die Messungen sollten möglichst auf einer Ebene beginnen. Wenn die Drehachse nicht stimmt, produzierst du ggfs. Phasenfehler.

    Deine letzte Messung (rot 90°?) passt wohl nicht mehr in das Messfenster. Das kann durch ein etwas zu kleines Fenster und/oder durch eine fehlerhafte Drehachse passiert sein. Also, Fenster insgesamt minimal kleiner, damit auch die letzte Messung noch so sauber wie möglich eingefangen werden kann. Es kann aber auch sein, dass es eine externe STörung war, wie anspringender Kühlschrank in der Nähe, Flugzeug draußen oder oder oder...

  • Hallo Alex,

    vielen, vielen Dank für all die nützlichen Tipps! Ich wusste z.B. nicht, dass die Kurven am linken Rand möglichst auf identischer Höhe beginnen sollen. Ich dachte immer, dass das mehr oder weniger egal sei, da das Chassis ja eh nicht in diesem Bereich arbeiten soll. Aber die Phase – das leuchtet ein.

    Das mit dem Achsendrehpunkt kann ich mehr oder weniger ausschließen, da ich die Schallwand mit einer Art Maurer-Senklot penibelst über dem Drehpunkt ausrichte. Aber auch das werde ich nochmals überprüfen.

    Es bereitet einem doch deutlich mehr Aufwand, genaue und verlässliche Messungen im Kasten (PC) zu haben, als ich dachte.

    Soweit vielen Dank und

    VG

    Viele Grüße

    Dietmar

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