• Hallo zusammen,

    nach dem kurzen Vorstellungs-Thread möchte ich hier nun meinen ersten 3-Wegerich ([definition='3','0']CB[/definition])vorstellen – „MeineFetteDrei“. Es kann natürlich sein, dass aus der Startphase nur ein Rohrkrepierer wird.

    Anbei nun die ersten Eindrücke von meinem Prototyp. Vielleicht genügt den Versierten unter uns ein kurzer Blick auf die unbeschalteten Einzelmessungen, um zu sagen, dass das Murks ist. Wenn nicht, dann kann ich gerne meine RAW-Daten der Messungen, TSPs, Mic Kalibrierdatei etc. hochladen.


    Mein Mess-Setup besteht aus einem Beyer MM1 (von HSB kalibriert), einem Focusrite Scarlett 2i2 3rd Gen, Arta und einem A/B Stereoverstärker von Teac. Drehteller für Winkelmessungen (z.Z. leider nur bis +- 45°).

    Viele Grüße

    Dietmar

  • Moin, und willkommen an dieser Stelle im Forum.

    Ich glaube, da fehlen noch ein paar Informationen:

    1. Wie verhalten sich die Lautsprecher unter Winkeln, gibt es dazu Messungen?

    2. Hast du Impedanzmessungen, oder kannst du welche Anfertigen? (Chassis sowohl innerhalb, als auch außerhalb des Gehäuses).

    - Wenn nicht, dann ist die Impedanzmessbox schnell zusammelgebrutzelt, und auch durchaus günstig.

    3. Kannst du mit korrekter Phase messen? Sprich Zweikanalig, oder mit einer anderen funktionieren Zeitreferenz?

    Interessant wäre auch dein Messpunkt, hast du alle drei Chassis von einer Mikrofonposition erfasst, oder hast du jedes Chassis auf seiner eigenen Achse vermessen? Bei vielen hat es sich so „eingebürgert“, die Messungen direkt mit korrekter Phase auf höhe des Lautsprechers zu machen, der sich auch Ohrhöhe befindet, was meistens den Hochtöner betrifft.

    Da könnte man jetzt versuchen nach den Achsferquenzgängen ein Urteil zu fällen - das ist an sich aber eine ziemlich schwierige Sache. Selbst wenn jetzt Jemand sagt, dass das durchaus machbar sei, wissen wir noch nichts über das Verhalten unter Winkeln, eben jenes Verhalten stellt für eine gleichmäßige Energieabgabe aber einen sehr relevanten Faktor dar.

    So ein Impedanzschrieb ist auch nicht verkehrt, der kann auch auf etwaige Störungen hinweisen, die Gehäusebedingt entstehen könnten, abgesehen davon ist er für korrekte Simulationen unumgänglich, ebenso wie Zeitrichtige Messungen des Frequenzgangs. Ich persönlich habe jetzt nicht genügend Erfahrung, um so sagen zu können, ob sich deine Chassis zu einem harmonischen Zusammespiel überreden lassen.

    Will sagen: mit mehr Informationen ist auch auch präzisere Beurteilung möglich


    Aufjedenfall finde ich es verdammt cool, dass du auf deine Rententage noch solche Projekte startest.

  • Danke für deine erste Reaktion!

    Ich habe alle Winkelmessungen (– und +, da nicht symmetrische Bestückung) semi-zweikanalig durchgeführt und ausschließlich von immer der gleichen Position (Höhe HT) gemessen. Impedanzmessung habe ich auch von den Chassis gemacht und habe mich in beiden Simmulationsprogrammen (BoxSim und VituxCAD) versucht. Leider kam bis jetzt nur Unbrauchbares heraus.

    Ich war der Meinung, dass „alte Hasen“ schon mit den 3 Axenfrequenzgängen sehen könnten, ob man den Dreien gut zureden kann, um zusammenzuarbeiten.

    Ich werde auf jeden Fall alle RAW-Daten hochladen, falls sich jemand das mal anschauen möchte.

    Ja, Rentenalter, aber ich bin halt leider seit ca 55 Jahren infiziert und es ist für mich kein Negativstress, sondern positiver Stress. Es lässt mich halt nicht los - leider!!😊

    Viele Grüße

    Dietmar

  • Entweder sehe ich da was falsch oder die Screenshots sind nicht korrekt, denn einen gefügten Nahfeldanteil kann ich da ehrlich gesagt nicht erkennen (grüne Kurve). Vielleicht kannst du alle deine Messungen mal in eine .ZIP packen und hier einstellen?

    Ich war der Meinung, dass „alte Hasen“ schon mit den 3 Axenfrequenzgängen sehen könnten, ob man den Dreien gut zureden kann, um zusammenzuarbeiten.

    Ich würde mich jetzt nicht als "alten Hasen" bezeichnen aber ich würde sagen: ja und nein. Man sieht, dass sich die Bereiche überlagern und somit bei der Trennung einigermaßen Spielraum vorhanden ist. Auch zu sehen ist, dass der TT recht laut ist und das im Zusammenspiel mit dem MT und HT knapp wird aber gehen dürfte. Der Einbruch zwischen 4 und 5 ist sowohl beim HT als auch beim MT vorhanden. Daher liegt die Vermutung nahe, dass dies der Schallwandgeometrie geschuldet ist. An der Stelle wären jetzt Winkelmessungen interessant um zu sehen, ob das unter Winkeln ebenfalls der Fall ist oder ob sich das ausgleicht.

  • Das mit der Lautstärker von MT und HT ist genau mein Problem. Dachte, dass ich ohne R auskommen würde.

    Da ich mir keine komplett neue Entwicklung zutraute, habe ich extra auf die FetteDrei von Winboxsimu zurückgegriffen. Ich bin davon ausgegangen, dass - zumindest der Monacor MT, sich deswegen vorbildlich verhalten würde. Das Gehäuse und Innengehäuse für den MT entspricht exakt dem Original-Bauplan. Ebenso HT und TT.

    Anbei meine gesamten Messungen:

  • Ich habe mir erlaubt, die .ZIP Datei direkt hier hoch zu laden. So ist sie hier archiviert.

    Auf den ersten Blick würde mir noch eine Nahfeldmessung des Mitteltöners fehlen. Dieser dürfte auch noch unterhalb des Messfensters laufen und damit Einfluss auf a) die Flanke des einzustellenden Hochpasses / Bandpasses nehmen und b) in die Flanke des Tiefpasses spielen.

    Den TT kann man evtl. ein wenig mit einer etwas hochohmigeren Spule einbremsen.

    Ich schaue mir das heute Abend mal in Ruhe an. Hier wirds grad richtig schön warm und ich werde mich wohl gleich aufs Motorrad schwingen ;)

  • Im Voraus schon einmal vielen Dank!

    Meine Idee dahinter war, dass ich Dank eines Vintage TT einen etwas (lauteren)Sprecher verwirklichen wollte. Nach langer Suche, kam mir dann der Monacor MSH-116/4 am geeignetsten vor. Aber vielleicht ist er doch nicht laut genug.

    Anbei die Nahfeldmessung (bin mir nicht sicher, ob ich exakt die richtige Lautstärke einhalten konnte, wie bei all den vorherigen Messungen.

    Zusätzlich noch meine 0° Kalibrierdatei von HBH für das MM1.

    Gib deinem Schutzengel genügend Zeit dir zu folgen :saint: :)

  • Wie versprochen habe ich damit jetzt mal ein wenig rumgespielt. Zunächst habe ich die [definition='1','0'] TSP "> TSP [/definition] in AJHorn geklopft um mal zu sehen, wie sich das Chassis in den von dir genannten 32 Litern schlägt:

    In schwarz [definition='3','0']CB[/definition], in Rot [definition='4','0']GHP[/definition] @ 560 µF

    Kann man beides machen - mir gefällt die GHP-Variante besser. Je nach Trennfrequenz ist der Buckel bei der CB-Version kaum mehr relevant, dennoch würde der Kondensator diesen Bereich auf jeden Fall glatt ziehen. Mit dem zusätzlichen Bonus, den Bassbereich ein wenig nach unten zu erweitern.

    Dann habe ich sowohl den TT als auch den MT mit ihrer jeweiligen Nahfeldmessung verheiratet:

    TT:

    MT:

    Alles in Vituix geklopft:

    Einziges Problem: das sind alles 4-Öhmer. Bei der Beschaltung sinkt die Impedanz teilweise auf 2 Ohm. In der Realität sind es meist 0,5 Ohm mehr aber das wären halt immer noch 2,5 Ohm statt der Minimal für einen 4-Öhmer zulässigen 3,2 Ohm. Machbar dürfte das aber sein, wenn man sich noch ein wenig mehr mit der Beschaltung beschäftigt.

  • Also - da kann ich nur Chapeau sagen‼️

    Da kommt dann natürlich schon „etwas“ Frust auf. Ich mache da seit Wochen rum und du „klopfst“ es kurz in VituixCAD rein und…. fertig.

    Da muss ich jetzt leider einen neuen Thread aufmachen.

    Verrätst du mir auch, in groben Schritten, wie man zu diesen Werten kommt?

    Viele Grüße

    Dietmar

  • "Geklopft" heißt nicht, dass es schnell ging. Hat schon einige Zeit gebraucht, um ein brauchbares Ergebnis zu erzielen. Vor allem auch deswegen, weil die Impedanz nicht so einfach in den Griff zu bekommen war. Es ist erstmal nur ein Proof of Concept. Ob das so standhält und ob es im Detail noch verändert werden muss, kann ich nicht sagen. Vermutlich würde ich den Mitteltöner sogar vom Pegel ein wenig absenken und eine Senke auf Achse in Kauf nehmen. Einfach deswegen, weil durch das Bündelungsverhalten des MT nach oben hin möglicherweise zu viel Energie in den Raum gepfeffert wird. Auch ist das Fügen von Nahfeldmessungen immer ein bisschen geschätzt.

  • Sehr gern. Wenn du die Weiche so aufbauen möchtest: tu das. Ich wollte dir aber nicht die Entwicklungsarbeit abnehmen und möchte dazu ermutigen, evtl noch einen Schritt weiter zu gehen:

    Im geschlossenen Gehäuse fällt der Bass ab 60 Hz ab. Das reicht für den Musikgenuss in der Regel völlig aus, aber wenn die LYC bei dir zuhause funktioniert, spricht nichts dagegen, den Bassbereich durch einen Hochpasskondensator ein wenig nach unten zu erweitern. So, wie es in der AJHorn Simu weiter oben in rot dargestellt ist, würde f3 dann bei etwa 40 Hz liegen. Ausprobieren würde ich das zumindest mal. Klemm dazu einfach mal einen bipolaren Elko mit 560µF vor das Chassis und erstelle neue Messungen. Es wäre ratsam, alle Chassis nochmals durchzumessen, damit wirklich alle Chassis nochmals mit demselben Abstand und demselben Messfenster erfasst werden. Durch den Kondensator wird der Bassbereich auch nochmal um 1-2 dB leiser, was dazu führen könnte, dass der Mitteltöner mit einer einfacheren Beschaltung auskommt, wenn man ihn mit einem etwas größeren Vorwiderstand einbremsen kann. Spart Weichenteile und nimmt der Weiche ein wenig Komplexität. Auf jeden Fall würde es zu anderen Bauteilewerten führen und du kannst dann evtl. mit dem geposteten VituixCAD Projekt spielen um zu sehen, wie sich welches Bauteil auswirkt.

    Alternativ kannst du auch die Weiche so wie sie simuliert wurde aufbauen und dennoch mal mit einem Kondensator spielen. Diesen kannst du testhalber einfach mal zwischen Weiche und den TT klemmen. Auch so solltest du eine Veränderung wahrnehmen können.

  • Vielen Dank für die zahlreichen Infos! Ich werde mich auf jeden Fall in dieses Projekt weiter eingraben, da ich es ja selber lernen möchte und nicht „nur“ nachbauen.

    Eine Frage noch: hast du das komplett ohne den Optimizer gemacht? Rein rechnerisch die -6dB an den Übergangsfrequenzen zu erreichen, geht doch damit immer korrekt (wenn man ihn bedienen kann🥲). Also zumindest in BoxSim.

    Viele Grüße

    Dietmar

  • Den Optimizer nutze ich eigentlich nie. Ich steh mit dem Dingen auf Kriegsfuß. Mal funktioniert er so, wie ich mir das vorstelle - in den meisten Fällen allerdings schafft es das Teil, mir die Weiche komplett zu zerschießen.

    Die 100% korrekte Phasenlage ist gar nicht so sehr wichtig. Dem wird aus meiner Sicht oft zu viel Wichtigkeit beigemessen. Wenn eine nicht ideale Phasenlage dennoch zu einer sauberen Addition führt, wird man das am Ende nicht hören. Wenn sich natürlich Einbrüche oder Überhöhungen ergeben, dann ist das ne andere Sache. Für diese Aussage kann man mich jetzt gern steinigen...

  • Da bin ich bei dir Rouven. Die akustische Phase sollte natürlich im Idealfall die perfekte Addition ergeben, aber wenn es mal nicht ganz so perfekt ist, halte ich das für durchaus akzeptabel. Dazu kommt, dass schon wenige Grad in vertikaler Richtung eine deutliche Verschiebung der Phase nach sich zieht. Besonders bei Projekten mit Horn ist das (wie ich derzeit leidvoll erfahren muss) mitunter sehr extrem.

    Viele Grüße,
    Oli

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