Beiträge von donhighend

    Naja, das ist eine kleine 19mm Kalotte, die in der Rocky gut aufgehoben ist. In einer Kombination, deren andere Chassis auch ordentlich Pegel erlauben, wäre die Kalotte nicht gut aufgehoben.

    Deine Idee, die Schallwand zu drehen, um die unterschiedlichen Anordnungen von MT und HT testen zu können, ist zwar gewieft, aber nicht wirklich sinnvoll. Bei der unterschiedlichen Anordnung geht es ja darum, jeweils eines der beiden Chassis nah an de Oberkante der Schallwand zu positionieren. Durch einfaches Drehen der Schallwand lässt sich dieser Zustand natürlich nicht herstellen... ;)

    So, nun bin ich wieder daheim und habe eine Tastatur vor mir...

    Ein IHA dient dazu, die Störungen durch eine stehende Längswelle und/oder Portresonanzen zu eliminieren. Portresonanzen kann man z. B. mit WinISD simulieren. Dort werden sie für die gewählten Portdimensionen unter dem Reiter "Vent" bei 1st Port Resonance angezeigt. Der Wert ist bei unterschiedlichen Portdimensionen trotz identischer Abstimmfrequenz unterschiedlich. Stehende Wellen bilden sich in ihrer stärksten Ausprägung zwischen parallelen Wänden. Je weiter diese voneinander entfernt sind, desto tiefer liegt die Frequenz, bei der sich die Welle ausbreitet. Errechnen kannst du die Frequenz über die Formel c/2/h, wobei c die Schallgeschwindigkeit (343m/s) markiert. Mit h ist die Innenhöhe des Gehäuses in Metern gemeint. Natürlich müsste man das auch für die jeweilige Gehäusetiefe und Breite abchecken. Bei üblichen schmalen Lautsprechern reicht aber die Berechnung der Höhe. Wenn man also, wie ich es gerne mache, einen Meter hohe Lautsprecher baut und 19mm Material verwendet, verbleiben 0,962 Meter. Daraus resultiert eine Wirkfrequenz der stehenden Welle bei rechnerischen 178,27 Hz. Natürlich ist das kein in Stein gemeißelter Wert. Wenn man nun einen IHA dimensionieren möchte, berechnet man den auf 180 Hz, und gut ist. Mit dem Volumen hat das also in erster Linie nichts zu tun, sondern mit den Dimensionen. Natürlich führen größere Volumina i. a. R. auch zu größeren Ausmaßen.

    Nehmen wir nun als Beispiel einen Lautsprecher, der innen 0,962 m hoch und 0,1715 m breit ist, ergibt sich eine zusätzliche stehende Welle bei 1000 Hz. Diese ist in ihrer Intensität deutlich einfacher in den Griff zu bekommen. Da reicht Fibsorb oder ähnlicher Kram an den Wänden.

    Bauen wir nun einen Kompaktmonitor in Stil der 80er, der eine Innenhöhe von rund 0,43 m aufweist, rappelt es bei etwa 400 Hz. Will man nun oberhalb von 400 Hz trennen, kann man über einen IHA nachdenken. Trennt man z. B. bei einem F.A.S.T. etwas tiefer als 400 Hz, spielt die Störung keine Rolle mehr. 400 Hz kann man sicher auch mit konventioneller Bedämpfung in den Griff bekommen. In erster Linie sind IHA bei hohen Lautsprechern sinnvoll.

    Nun zu deinem SB Schätzchen und den avisierten 42 Litern. Dat is zu klein. Dat Ding braucht ne Scheune, oder halt CB/GHP. Mit den TSP von dibirama errechnet Vituix in der Funktion "Auto Align" ohne weiteren Vorwiderstand ein Volumen von 63 Litern. Ich würde sogar noch etwas zugeben und 70 Liter nehmen. Für nen 8 Zöller ist das starker Tobak. In den 42 Litern spielt das Chassis auch, aber ohne den Tiefbass, den es in mehr Volumen wiedergeben kann. Hier eine kleine Grafik des Verhaltens bei 42, 63 und 70 Litern.

    Ähnliches ist mir auch schon passiert. Man denkt, in der Klebenaht würde man ggfs. Rückstände nicht so stark sehen. Es ist genau umgekehrt. Bitte nie machen. Besser mit etwas Abstand auf die Membran pappen, oder auf die Dustcap selbst.

    Da ich Rouvens Messungen aus der Entwicklungsphase der Juna auch hier auf meinem Rechner habe, konnte ich mich mal eben versuchen. Da gerade die 18mH Spule aus dem Sauger recht teuer ist, habe ich versucht, deren Wert zu reduzieren und dafür den Wert des Kondensators zu erhöhen. Das funktioniert ganz gut, wenn man auch den Wert der zweiten Spule im Tiefpass und die Werte der Impedanzlinearisierung anpasst. Das Resultat ist ein nahezu mit dem Original deckungsgleicher Frequenzgang, der nur in kleinen Nuancen abweicht.

    Die durchgezogene dunkelblaue Kurve entspricht dem Original. Die rote Einzelkurve des TMT im linken oberen Bild zeigt die marginalen Unterschiede. Klanglich dürfte das eher nicht auffallen, denn die Abweichungen sind so gering, dass die mit den ohnehin vorhandenen Chassistoleranzen verschmilzen werden. Die Weichenschaltung sieht so aus:

    Als 6,8mH Spule habe ich eine Luftspule mit 0,5mm Draht aus dem Jantzen Programm vom Quint-Store gewählt. Das ist die günstigste Spule mit diesem Wert. Es schadet aber auch nicht, eine der beiden angebotenen Kernspulen (H-Kern und I-Kern) mit 0,7mm Draht zu nehmen. Diese kosten jeweils nur ein paar Cent mehr. Bei den anderen beteiligten Spulen habe ich mich bei den Widerstandswerten nicht an den real angegebenen Werten aus Rouvens Weichenplan gehalten. Da sollten auch I-Kernspulen mit 0,7mm Draht passen. Rouven? Einwände?

    Vielleicht hat Rouven noch eine einfachere Schaltung in Petto. Mal sehen, was er meint...

    I

    Hi,

    grundsätzlich ist das egal, wenn es denn mit vielen eng gesetzten Schrauben geschieht. Ich denke, so alle 5-6cm sollte dann rundum eine Schraube sitzen.

    Wie wäre es denn mit leimen und dabei alle kritischen Stellen sorgfältig abzukleben?

    Gruß Alex

    Hallo Andreas,

    du siehst es komplett richtig. Man macht eine ungefensterte Nahfeldmessung von T(M)T und Port. Dann fertigt man noch eine gefensterte Fernfeldmessung, idealerweise in 1 Meter Abstand an. Alles zusammen wird dann an einem sinnvollen Punkt, also an welchem Nah- und Fernfeldmessung noch plausible Aussagekraft haben, gefügt. Das geht z. B. in ARTA oder auch in VituixCAD. Wahrscheinlich kann REW das auch, aber das weiß ich nicht, da ich die Software nicht nutze.

    Gruß Alex

    Mein kurzer Senf zur Frage nach der zu verwendenden Software. Meiner einer empfiehlt ganz klar ARTA. Im Gegensatz zu REW bietet ARTA den Vorteil, dass bei kalibriertem zweikanaligem Setup immer der korrekte Pegel angezeigt wird, unabhängig vom Pegel, der bei der Messung tatsächlich vorliegt. REW bietet das nicht. Bei Veränderung des Messpegels wird bei REW auch ein anderer Pegel angezeigt.

    Grundsätzlich sehe ich das ähnlich. In einem Tiefpass wähle ich inzwischen auch Kernspulen mit 1mm Draht und dann am liebsten die I-Kern Variante, weil diese nicht so schnell zu Sättigung neigen wie die H-Kern Typen. Das sollte bei 95% aller Lautsprecher passen. Bei kleineren Dingern, wie 3-4 Zoll BB oder TMT, habe ich auch keinerlei Problem damit, die 0,7mm Spulen zu verwenden. Bei richtigen Kalibern, wie z. B. Mona Kea oder Power HiFi Kisten mit PA Chassis, bei denen auch mal richtig Leistung verbraten wird, nehme ich mindestens 1,4mm Kernspulen, oder auch Luftspulen, was vom benötigten Innenwiderstand abhängig ist. Zuweilen ist es bei manchen Schaltungen hilfreich, wenn die Spule etwas mehr Widerstand mitbringt, damit die Impedanz nicht unnötig tief abkackt. Letztlich ist aber auch der Preis zu berücksichtigen, denn Luftspulen sind sehr teuer geworden. Wenn aber Chassis für einen 2-Weger wie die Kaimana schon in Richtung 1K Euro gehen, machen 20 Euro mehr bei einer Spule auch nichts aus.

    Bei Kondensatoren sehe ich das ähnlich. Bei einer Kiste mit einem 15 Euro HT setze ich auch mal Elkos davor. Warum auch nicht? Ok, die Toleranzen sind i. a. R. etwas höher. Was spricht aber dageben, bei dem geringen Preis jeweils einen Elko mehr zu bestellen, und im Lautsprecher die jeweils ähnlichsten zu verbauen? Klanglich ist das jedenfalls kein Thema.

    Bei Saug- und Sperrkreisen benutze ich grundsätzlich die preiswertesten Spulen, jedoch sollte man auch bei einer Power Kiste nicht unbedingt eine Spule mit 0,5mm Draht verwenden. Diese Einschränkung bezieht sich aber eher auf die Betriebssicherheit. Der Spulenwiderstand spielt keine Rolle, da die Intensität der Wirkung über den meist notwendigen physischen Widerstand eingestellt wird. Nur selten passt es ohne einen solchen.