Welche DSP's nutzt Ihr? Erfahrungsaustausch.

  • Hallo,

    mich würde mal interessieren, wer alles einen DSP im Einsatz hat und welche Elektronik er nutzt. Wie sind die Erfahrungen damit, was ist gut was ist nicht so gut. Ich habe bislang 3 verschiedene DSP's im Einsatz.

    Angefangen habe ich vor vielen Jahren mit einem Behringer DCX:

    Pro:

    - kein PC notwendig, das Teil lässt sich komplett über die Bedienknöpfe einstellen.

    - preiswert und guter Einstieg in die Aktivtechnik

    - absolut lautloser Betrieb

    Contra:

    - PA Look

    - keine Lautstärkeregelung

    - relativ hohes Rauschen im Betrieb insbesondere an wirkungsgradstarken Boxen (Hörnern)

    Danach habe ich tief in die Tasche gegriffen und mir eine Sitronik Lucius gegönnt.

    Pro:

    - integrierte Lautstärkeregelung

    - Hifi Look

    - absolut lautloser Betrieb

    - Fernbedienung

    - digitale Eingänge

    Contra:

    - Nur ansteuerbar über einen PC mit Windows 7

    - kein Support mehr, da Sitronik wohl insolvent ist

    - rudimentäre Software, mit nicht mehr zeitgemäßen Einstellungen


    Seit zwei Jahren nun spielen bei mir zwei t-amp Quadro Pro 500 DSP:

    Pro:

    - Super einfache Software zum bedienen des DSP

    - Filter & EQ's lassen sich on the fly einstellen und werden sofort übertragen

    - integrierte Endstufen

    - nahezu lautloser Betrieb trotz Lüfterbetrieb

    - Endstufen können gebrückt werden

    Contra:

    - PA Look

    - keine Lautstärkeregelung

    - nur 4 Kanäle

    - Teuer geworden

    - keine digitalen Eingänge

  • Bei mir ist DSP im Einsatz zur Korrektur des Basses im Raum. Ja, das klappt nur am Hörplatz, aber in der Regel höre ich auch allein Musik.

    Ursprünglich habe ich das über einen PEQ in den Hypex Plate Amps in der Duetta realisiert, nachdem die weg waren und die neuen LS passive Konstrukte sind, ging das natürlich nicht mehr. Im ersten Schritt habe ich dann Camilla DSP in Moode Audio auf dem Raspberry (mein Streamer) verwendet, inzwischen ist die grundsätzliche Korrektur im DAC (RME) realisiert.

    Erfahrungen: man mag kaum glauben, wie Raummoden das Klangbild insgesamt schädigen können, ich würde darauf nicht mehr verzichten wollen. Camilla DSP ist sehr mächtig, wenn man ohnehin einen RasPi als Streamer im Einsatz hat, lohnt sich ein Versuch sicher. Die Implementierung im RME DAC ist mit 5 Bändern sicher ausbaufähig, aber da hängt auch mein CD Player mit dran, deshalb momentan die etwas kleinere Lösung, was DSP angeht.

    Grüsse

    Thomas

  • Bei mir ist DSP im Einsatz zur Korrektur des Basses im Raum. Ja, das klappt nur am Hörplatz, aber in der Regel höre ich auch allein Musik.

    Ursprünglich habe ich das über einen PEQ in den Hypex Plate Amps in der Duetta realisiert, nachdem die weg waren und die neuen LS passive Konstrukte sind, ging das natürlich nicht mehr. Im ersten Schritt habe ich dann Camilla DSP in Moode Audio auf dem Raspberry (mein Streamer) verwendet, inzwischen ist die grundsätzliche Korrektur im DAC (RME) realisiert.

    Erfahrungen: man mag kaum glauben, wie Raummoden das Klangbild insgesamt schädigen können, ich würde darauf nicht mehr verzichten wollen. Camilla DSP ist sehr mächtig, wenn man ohnehin einen RasPi als Streamer im Einsatz hat, lohnt sich ein Versuch sicher. Die Implementierung im RME DAC ist mit 5 Bändern sicher ausbaufähig, aber da hängt auch mein CD Player mit dran, deshalb momentan die etwas kleinere Lösung, was DSP angeht.

    Grüsse

    Thomas

    guter Tipp mit der Camilla DSP - Danke! :thumbup:
    Von Hardwareinvestitionen wollte ich absehen. Ich habe Volumio auf einem RasPi als Zuspieler im Einsatz. Dort gibt es ein Plugin Fusion DSP, welches wohl von Camilla abgeleitet wurde. Das einzigste was ich wohl tun muss, ist Volumio updaten. Werde mir das mal anschauen, damit ich etwas Erfahrung sammeln kann.

  • Hi Thomas, Hi TJ1972,

    danke für Euer Feedback. Ich finde Raumakustik wird nach wie vor viel zu sehr unterschätzt. Ich habe auch diverse Versuche angestellt, Raummoden per DSP zu eleminieren. Das Ergebnis war bei mir aber eher bescheiden. Was ganz gut lief war die Softwarelösung im Testmodus von Dirac:

    Ich bin dann aber dazu übergegangen erst einmal meinen Raum akustistisch zu optimieren, im Rahmen meiner Möglichkeiten. Das ging aber auch nur, weil ich einen Raum habe, in dem ich machen kann was ich will. Sobald man sowas in einem Wohnzimmer versucht, es einigermaßen hübsch aussehen soll und die Frau hat in der Regel ja auch noch ein Mitspracherecht, wird es sehr schwierig, daher finde ich den Ansatz es über DSP Software Lösungen zu machen einen sinnvollen Schritt.

    Warum ich im Eingangspost meine Hardware DSP Lösungen vorgestellt habe, hat damit zu tun, dass ich fast alle meine Entwicklungen vollaktiv betreibe. Daher mein Interesse an DSP Geräten.

    P.S. Ich werde demnächst, wann auch immer ich dazu komme, mal meinen Ansatz beschreiben, wie ich aktive LS entwickle und wie man das Problem mit der Lautstärkeregelung löst, wenn man keinen Sitronik DSP hat.

    LG

    Christian

  • Von dem, was ich bisher so hören durfte, habe ich eine Sache mitgenommen: die Korrektur per DSP ergibt im Bassbereich durchaus Sinn, weil da der Raum sehr empfindlich mit reinspielt. Ab ca. 200-250 Hz aufwärts führte eine Korrektur / Anpassung an den Raum meist dazu, dass sich das alles recht "blutleer" angehört hat. Vor allem ist im (Mittel-)Hochton viel mehr die Schallwandgeometrie entscheidend und hier kann der DSP noch so gut sein: Probleme im Abstrahlverhalten, die die maßgeblich von der Schallwandgeometrie verursacht werden, können nicht eliminiert werden.

    Letzteres ist ein Punkt, der bei der aktiven Entwicklung oft unterschätzt wird. "Einfach so irgendwas zusammenklöppeln und dann nen DSP drüberbügeln lassen" funktioniert nicht. Hier gelten dieselben Prinzipien, die auch bei der passiven Entwicklung gelten: ohne vernünftige Vorplanung und vor allem ohne Messungen geht das nach hinten los.

  • Einfach so irgendwas zusammenklöppeln und dann nen DSP drüberbügeln lassen funktioniert nicht. Hier gelten dieselben Prinzipien, die auch bei der passiven Entwicklung gelten: ohne vernünftige Vorplanung und vor allem ohne Messungen geht das nach hinten los

    Absolut richtig. Wer denkt ich schraube ein paar Chassis in ein Gehäuse und die Aktivtechnik regelt den Rest? No Chance! Das Wichtigste! Abstrahlverhalten der Box, heißt Schallwandgeometrie. Da kannste nix per DSP reinfummeln. Wenn das schlecht geplant ist, bleibt es schlecht.

    Aber, der DSP gibt einem wesentlich mehr Freiheitsgrade, bei der Entwicklung einer Box. Du musst Dir keinen Kopp darum machen, ob die Chassis vom Wirkungsgrad her zusammen passen. Du kannst Bass Chassis in kleinere Volumen packen und leicht aktiv entzerren, Laufzeitverzögerungen insbesondere beim Einsatz von Seitenbässen oder Hörnern können viel leichter ausgeglichen werden. Steile Fillter brauchen kein Bauteilgrab.

    Größtes Problem was ich bei Aktiv-LS sehe, Du fingest immer wieder dran rum, warum? Weil Du es kannst. Und die Laustärkeregelung ist bis auf beim Sitronik nicht optimal gelöst.

    LG

    Christian

  • Moin,

    das ist tatsächlich schade mit der Sitronik. Das war Zeug, welches mir gefallen hätte.

    Ansonsten klar; Abstrahlverhalten und sorgfältige Planung ist paramount.

    Zum Volumio Update: uffbasse!! Playlists etc. sind dann weg, es sei denn man hat einen kostenpflichtigen Account. Der bietet darüber hinaus mit dem Ripp-Feature und den Music Meta Data auch tatsächlich schöne Dinge. (Sorry für offtopic zu Volumio.)

    LG Gazza

  • Von dem, was ich bisher so hören durfte, habe ich eine Sache mitgenommen: die Korrektur per DSP ergibt im Bassbereich durchaus Sinn, weil da der Raum sehr empfindlich mit reinspielt. Ab ca. 200-250 Hz aufwärts führte eine Korrektur / Anpassung an den Raum meist dazu, dass sich das alles recht "blutleer" angehört hat. Vor allem ist im (Mittel-)Hochton viel mehr die Schallwandgeometrie entscheidend und hier kann der DSP noch so gut sein: Probleme im Abstrahlverhalten, die die maßgeblich von der Schallwandgeometrie verursacht werden, können nicht eliminiert werden.

    Das ist ziemlich genau das, was auch Floyd Toole dazu zu sagen hatte. Wenn der LS Probleme im Abstrahlverhalten hat, macht es DSP nur schlimmer. Im Bassbereich hingegen, sagte er, ist DSP fast immer sinnvoll. Ich würde noch ergänzen wollen: manchmal alternativlos. Bassabsorber für sehr tiefe Frequenzen können physikalisch nicht wirklich klein sein. Beispiel für meinen alten Raum habe ich mal angehängt, ich habe allerdings damals auch ein wenig im Mittelton was gemacht, das ist aber wieder Geschichte

  • Wenn man richtig Probleme mit Raummoden hat, dann ist ein DSP fast ein Muss. Wie du sagst: entsprechende Bassabsorber müssten sonst viel zu groß werden und wer will sich wirklich alle Ecken und möglicherweise auch die Raumrückwand mit zig Zentimeter Dicken Absorbern vollstellen? Dann sind die Dinger auch nicht unbedingt kostengünstig und dafür bekommt man dann schon einen vernünftigen DSP.

    Anhand deiner Messungen sieht man ganz klar, dass sich der Einsatz gelohnt hat. Und auch schön zu sehen, dass du den Hochton in Ruhe gelassen hast. Das ist nicht einfach nur "geradekorrigiert weils geht" sondern mir scheint das durchaus vernünftig.

  • das Fusion dsp ist gut gemacht. Ich habe das volumio update gemacht, und vorher dank gazza‘s tipp die wiedergabelisten gesichert. -Danke nochmal für den Tpp! - Zuerst habe ich die Voreinstellungen Rock und Bass und neutral gegeneinandrr getestet. Ich habe festgestellt, dass einige Titel mit manueller Bassanhebung besser klingen. Bei den meisten ist es egal, und manche sind verschlimmbessert. Oli‘s Asathor sind so toll abgestimmt, dass ich ohne das fusion sehr gut auskomme. Wahrscheinlich lässt sich mit Messungen das vermeintliche Optimum mit fusion herauskitzeln.

    Ich versuche am Wochenende noch ein bisschen rumzuspielen.

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