Entwicklung des TBM WG2070

  • Nach einigen Rückschlägen und Planänderungen sind nun die finalen Gehäuse fertig:

    Die Seitenwände werden noch in Holzoptik foliert, aber um das Risiko einer Beschädigung der Folie zu verringern kommt dieser Schritt erst ganz am Ende, wenn alle Messungen und die Ein- und Umbauten der Frequenzweiche abgeschlossen sind.

    Ursprünglich hatte ich vor die Front matt Anthrazit zu lackieren, aber nach einigem Spachteln, Füllern, Ausbessern etc. rächte sich, dass ich beim Material gespart habe und eine billige Spachtelmasse aus einem Discounter verwendet habe.

    Es hat sich so zugetragen:

    • Sägen, verleimen und nochmal sägen und schleifen des Gehäuses aus MDF (Front) und Spanplatte (Seitenwände)
    • Mehrere Gänge spachteln und Schleifen mit billiger Discounter-Spachtelmasse (Damit war der Stand aus dem obigen Beitrag mit "Prototyp 3" erreicht
    • Füllern
    • Feststellen, dass sich im Bereich des Waveguides an einigen Stellen die Spachtelmasse gelöst hat, noch einige Stellen etwas uneben sind und sich an den Fasen im Bereich der Naht der aufgedoppelten Schallwand ein paar kleine Risse gebildet haben. Das habe ich dann diesmal mit vernünftigem 2K-Feinspachtel ausgebessert (War auch viel schöner zu verarbeiten als das Billigzeugs).
    • Dann sollten die Gehäuse noch ein zweites Mal gefüllert werden. Nachdem die Gehäuse ein paar Tage auf den zweiten Füllergang warteten, haben sich sehr viele Risse an fast allen Flächen gebildet, die diesmal nicht nur an der Stoßkante lagen. Der wahrscheinlichste Grund dürfte die billige Spachtelmasse sein, die wohl die Bewegungen, wenn das Holz arbeitet nicht mitmachen.
    • Die Empfehlung die Gehäuse nochmal neu aufzubauen habe ich mit Hinblick auf die Arbeit, die ich da bisher reingesteckt habe gekonnt ignoriert und suchte nach einer Lösung wie ich die Gehäuse noch retten konnte.
    • Ich habe dann die Risse nochmal mit Feinspachtel ausgebessert und dann die Gehäuse mit 2K-Struckturlack (Raptor), der sonst u.a. für Ladeflächen von Pick-Ups verwendet wird lackiert. Ein Händler in Deutschland bietet den sogar in Anthrazit an


    Die Oberfläche ist zwar etwas rauer geworden als geplant insbesondere weil die Spraydose ziemlich dicke Tropfen ausspuckte als sie fast leer war, aber gefällt mir trotzdem und bislang hält die Oberfläche und es kam noch kein Riss durch


    Hier einmal die Messungen:

    Tieftöner:


    Hochtöner:


    Eine Simulation mit Brickwall-Filtern zeigte, dass bei einer Trennfrequenz von ca. 2,5 kHz die Abstrahlungen von Hoch- und Tieftönern sehr gut zusammenpassen:


    Hier ein erster Entwurf einer Frequenzweiche:

    Ein Tiefpass 3. Ordnung für den Tieftöner mit zwei Saugkreisen für den Bafflestep und die Membranresonanz. Damit ergibt sich akustisch un sehr guter Näherung ein Linkwitz-Riley Tiefpass 4.Ordnung bei 2,4 kHz

    Für den Hochtöner gibt es einen Hochpass 2.ordnung kombiniert mit einem zusätzlichen Kondensator unter der Spule, sowie 2 Widerständen zur Anpassung des Pegels. Um den Einbruch bei 15 kHz zu kompensieren habe ich noch einen Serienschwingkreis als Bypass hinzugefügt.

    Probier mal aus, ob eine kleine Spule unter dem Kondensator des Filters ausreicht. Eventuell gehts dann ohne Sauger auf der Reso und vllt. kannst du sogar auf 12 dB zurückbauen.

    Leider habe ich damit bislang kein zufriedenstellendes Ergebnis erreicht.

  • Das sieht doch insgesamt sehr gut aus. Die kleine Senke im EFG scheint gewollt zu sein, und die führt häufig zu einem entspannteren Klang. Sehr interessantes Böxlein übrigens.

    Wie bewertest du denn die Arcosia Geschichten? Lohnt sich der finanzielle Aufwand?

    Der Trick mit der kleinen Spule funktioniert in fast allen Fällen. Es gibt aber Konstellationen, bei denen das einfach nicht so ohne weiteres funktioniert. Vielleicht bekomme ich mal irgendwann ein solches Chassis in die Hand. Dann versuche ich es mal. Es hängt teilweise auch von der Topologie des Tiefpasses ab.

  • Wie bewertest du denn die Arcosia Geschichten? Lohnt sich der finanzielle Aufwand?

    Der Preis ist schon hoch, dass stimmt. Aber das sind schon gute Treiber. Ausreichend Hub, selbst bei 100W noch vertretbarer Klirrfaktor, ein schön flacher Frequenzgang bis 2 kHz und funktioniert sowohl in geschlossenem Gehäuse als auch Bassreflex gut. Hat aber wie bei Metallmembranen üblich starke Resonanzen im oberen Bereich (hier oberhalb von 4 kHz) in die auch die Klirrkomponenten koppeln. Auch wenn durch die Folierung und die Dämpfungsnoppen die Resonanzen nicht so stark sind wie bei manchen anderen Treibern mit Metallmembranen ergibt sich doch eine Erhöhung um knapp 10 dB im Frequenzgang.


    Der Trick mit der kleinen Spule funktioniert in fast allen Fällen. Es gibt aber Konstellationen, bei denen das einfach nicht so ohne weiteres funktioniert. Vielleicht bekomme ich mal irgendwann ein solches Chassis in die Hand. Dann versuche ich es mal. Es hängt teilweise auch von der Topologie des Tiefpasses ab.


    Mit der kleinen Spule habe ich eine steilere Filterflanke erreicht, aber ich habe es nicht geschafft damit auf eine von den Serienspulen oder einen Saugkreis verzichten zu können.

    Ich kann gerne mal das VituixCAD Dokument hier hochladen, falls sich jemand von euch gerne daran versuchen möchte. Wäre ja schön wenn so ein besseres Ergebnis zustande kommt.

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