Beiträge von donhighend

    Deiner neuen Messungen habe ich mich mal angenommen und ein Merging mit dem Ergebnis des Enclosure Tools aus VituixCAD vorgenommen. Natürlich ist das nie so genau wie mit einer Nahfeldmessung, aber ich habe mich bemüht, das im Rahmen der Möglichkeiten so gut wie möglich herbeizufummeln.


    Meine Vorgehensweise war wie folgt:

    1. Import der Messung des technisch identischen SB16PFC25-8 von dibirama in Boxsim. Dimensionierung der Gehäusedaten der Rado.
    2. Erstellen einer Nahfeld Kurve der TT über das Enclosure Tool von VituixCAD.
    3. Erstellen einer Diffraction Kurve für die Einbausituation der beiden TT über das Diffraction Tool von VituixCAD.
    4. Merging der erstellten Nahfeld Kurve mit deinen Fernfeldmessungen unter Berücksichtigung der zuvor erstellten Diffraction Kurve.
    5. Import der erstellten Mergings in Vituixcad.
    6. Vergleich des Pegels dieser Kurven mit dem in Boxsim mit der dibirama Messung angezeigten Pegels im Nah- und Fernfeld.
    7. Korrektur des Pegels deiner Messungen um +2dB um den in Boxsim angezeigten Pegel zu erhalten.
    8. Simulation einer Weichenschaltung.


    Hier zunächst der FG des unbeschalteten TMT, den Boxsim im Gehäuse der Rado prognostiziert. Das Verhalten im Nahfeld ist aus den TSP "> TSP des Chassis generiert:


    Dieses Verhalten mit dem VituixCAD Merger nachgestellt und im Pegel um 2dB angehoben schaut so aus. Die grüße Kurve zeigt das unbeschaltete Chassis wie in Boxsim. Die schwarze Kurve ziegt die beschaltete Variante.


    Das Merging entspricht in etwa dem Verhalten, das Boxsim zeigt. Eine genauere Übereinstimmung bekommt man das leider nicht hin.


    Hier nun meine Idee zur Beschaltung. Man könnte noch ein wenig tiefer abstimmen.


    Wie man sieht, geht die Impedanz im Hochtonbereich stark in die Knie. Leider lässt der Kennschalldruck des HT keine großen Möglichkeiten, da dieser im Vergleich zu dem, was die beiden im MT-Bereich parallel laufenden TT mitbringen, gerade eben mithalten kann. Deine HT Messung habe ich natürlich auch um 2dB angehoben, damit die Verhältnisse zueinander stimmen. Ggfs. kann man die beiden TMT mit höheren Spulenwiderständen noch ein dB stehlen, so dass der Impedanzverlauf obenrum durch einen Vorwiderstand vor dem Hochpass nicht ganz so tief sinkt.

    Das kann ich dir erklären. Deine Messungen zeigen zuviel Pegel. Leider ist es bei REW nach meinem Kenntnisstand so, dass man auch bei 2-kanaligen Aufbau nicht am Lautstärkesteller des Verstärkers drehen darf, weil sich dann auch der angezeigte Pegel in REW verändert. Um das zu visualisieren habe ich die Messung des Chassis von Dibirama genommen und mit dem Diffraction Tool von VituixCAD virtuell in dein Gehäuse gesteckt. Zum Vergleich habe ich damit und mit deiner Messung folgendes GIF gebastelt.

    Deine Messung (braune Kurve) zeigt 6-7dB mehr Pegel an als die von Diego (blaue Kurve).

    Das ist einer der Gründe, warum ich mit ARTA messe. Hat man das einmal im Pegel kalibriert, kann man mit einem beliebigen Pegel messen. Es wird immer auf den korrekten Pegel umgerechnet. Egal, ob man zwischendurch den Lautstärkesteller am Amp betätigt.

    Doof ist, dass man an solche im Pegel unkorrekten Messungen nicht ohne weiteres ein aus TSP "> TSP generiertes Nahfeld anfügen kann, weil aus den TSP "> TSP auch der korrekte Pegel errechnet wird. Klar, das kann man hinfummeln, aber toll ist das nicht. Bei ARTA kann man sogar über ein Drop Down Menü den Messpegel um bis zu 20dB reduzieren. Das schont die Ohren, wenn man z. B. einen PA-Treiber mit 110dB Kennschalldruck misst und dessen Pegel während der Messung um 20dB absennkt. Angezeigt werden bei korrekter 2-kanaliger Messung dennoch 110dB.

    Ich habe aber auch Respekt vor Klaus, dass er sich so frank & frei an eine solche Herausforderung wagt. So ein 2,5-Weger erscheint mir nicht ohne…

    Den habe ich auch. Ich bin aber so, wie ich bin. Solche Dinge rede ich nicht schön, sondern sage offen wie die Sachlage ist. Gesülze hilft da nicht und bringt niemanden voran. Wir kennen uns ja persönlich, und ich denke, dass unverblümte Offenheit sinnvoll ist. Wer freiwillig aus Flugzeugen springt kann das ab... ;)

    Das ist jetzt keine Simu, die ich final bezeichnen würde, auch nicht mit 100%igen Messungen. Zwischen 2 und 5kHz ist insgesamt noch ein wenig zuviel Dampf drin. Das ist teilweise auch der fehlenden Schallführung beim HT geschuldet. Das könnte man also noch optimieren. Ich wollte einfach auf visuellem Wege eine Richtung vorgeben.

    Probleme über Probleme...

    Ich muss das jetzt einfach mal sagen, auch wenn es vielleicht hart klingt. Dir fehlt Messsicherheit. Bei einem der TT zeigt die 60° Messung einen Ausreißer. Damit kann man dann leider keine korrekte Winkelsimu vornehmen. Da gilt es während der Einzelmessungen drauf zu achten und die Messung dann gleich zu wiederholen. Also Messung immer erst ansehen, bevor man sie speichert. Gleiches gilt für die Impedanzmessung des TMT --> Grütze und nicht verwertbar. Wenn du mit sowas simulierst, geht das in die Hose. Die Simu ist dann nicht verwertbar, und die ganz Arbeit ist für die Katz. Dass der absolute Pegel auch nicht stimmt, weil du mit REW misst, erwähne ich nur am Rande.

    Hilfsweise habe ich, wegen der fehlerhaften Komponenten deines Datensatzes, Simus nur bis 45° gemacht, und für den TMT habe ich die Impedanzkurve des TT genommen. Die ist ja nahezu identisch.

    Fügen ist bei einer solchen Kiste nicht ohne. Da die Fernfeldmessungen von den einzelnen Chassis erfasst wurden, die Portmessung aber ggfs. von zweien, muss man das beim Skalieren zusätzlich beachten. Leider weiß ich auch nicht, wie du die Nahfeldmessungen vorgenommen hast. Das Nahfeld habe ich aus genannten Gründen in meiner Simu nicht angefügt.

    Mit diesen Gegebenheiten habe ich mal was simuliert, allerdings nur bis 45°. Die Weiche veröffentliche ich nicht, da du selber in diese Richtung kommen solltest. Die wäre in der Praxis aber ohnehin nicht sinnvoll, da deine Messungen zu viele Unwägbarkeiten mitbringen.

    Das ist schon deutlich besser, aber noch weit entfernt von gut. Der Hochtöner ist sehr tief getrennt. Da würde ich über 2kHz gehen. Er ist auch noch zu laut im Vergleich zum Rest.

    Eine andere Sache ist die Topologie der Weiche. Du verwendet Schaltung rein aus Filtern, aber vollkommen ohne Korrekturglieder wie Saug- oder Sperrkreise. Um einen halbwegs glatten Frequenzgang zu bekommen, ist das wohl unerlässlich. Es gibt auch noch ein Phasenproblem bei etwa 750 Hz. Das ist bei 2,5 Wegern ein Problem. Man muss da wirklich mit den Bauteilen und der Topologie jonglieren, bis das passt.

    Schau mal, ich habe einer deiner unbeschalteten Kurven und den Impedanzverlauf deiner gemeinsam gemessenen Chassis getraced. für dieses Beispiel habe ich die getracte Frequenzkurve einfach zweimal verwendet und die gemeinsam gemessene Impedanz verdoppelt, so dass sie einem Chassis entspricht. In meinem Beispiel habe ich das fehlende Nahfeld nicht berücksichtigt. Aber grundsätzlich sollte deine Simu in eine solche Richtung gehen, natürlich nur q+d erstellt.

    Jo, Olis Aussage ist richtig. Du hat den Baffle Step des höher spielenden Chassis quasi gebügelt (grüne Kurve). In den Messungen im Posting darüber siehst du den Effekt des BS klar, bei der grünen Kurve kaum noch. Der untere TT läuft fast parallel bis zur Trennfrequenz mit. Wie es in etwa aussehen soll habe ich hier mal am Beispiel der Crazy Again verdeutlicht.

    Welche Messungen sind die unbeschalteten?

    Klick bitte bei REW mal auf den Button 20-20000Hz und stell eine Range von 50dB ein. Du hast jetzt fast 100dB Range eingestellt. Da wirken auch die Alpen wie ein Plateau. Hier eine deiner Messungen in einem Fenster von 20 - 20000 Hz und einer Range von 50dB...

    Mir ist nochwas aufgefallen. Der Messaufbau und auch der Raum kommen mir suboptimal vor. Kann es sein, dass der Raum eine geringere Deckenhöhe hat, als die üblichen ~2,5 Meter? Mir erscheint der Sturz über den Terrassentüren sehr niedrig. Das sieht so nach 2,2 - 2,3 Metern aus. Wenn das so ist, nützt die Raumgröße gar nichts. Zudem erscheint es so, dass der Lautsprecher zu niedrig steht. Kann es sein, dass der Abstand des unteren TMT zum Boden kleiner ist als die Entfernung zwischen Schallwand und Mikrofon? Wenn ja, fängst du dir im Zweifel vermeidbare Reflektionen ein. Ich glaube, der Raum taugt nicht für Messungen.

    Moin...

    Neee, nullen, bitte erstmal nullen. Da wir uns persönlich kennen, nehme ich jetzt mal gar kein Blatt vor den Mund und sage es frei raus. So wird das nichts!

    Mach dich bitte vollkommen frei von dem Gedanken, irgendetwas mit den in deinem Fundus vorhandenen Bauteilewerten zu simulieren. Das geht nach hinten los und zwar mit Pauken und Trompeten. Fang bitte nochmal von vorne an, wahrscheinlich am besten bei NULL. Um feststellen zu können, ob deine Messungen brauchbar sind, poste bitte einmal die einzelnen Messungen der unbeschalteten Chassis. Wenn diese brauchbar erscheinen, musst du strukturiert vorgehen. Mein Vorschlag dazu wäre, zunächst eine 2-Wege Beschaltung für den oberen TMT, also den, der bis zur Übernahme des HT spielt und dem HT vorzunehmen. Dabei bitte darauf achten, dass sich oberhalb des Effekts, den der Baffle Step verursacht, eine ausgewogene Amplitude mit gutem Abstrahlverhalten unter Winkeln ergibt. Erst wenn dir das gelungen ist, solltest du versuchen, den unteren TMT einzubinden, so dass sich eine insgesamt ausgewogene Amplitude über den gesamten Frequenzbereich ergibt. Dazu sind wahrscheinlich auch Änderungen am bisherigen 2-Wege Layout erforderlich. Es ist wichtig, dass du das Schritt für Schritt erledigst, um dich langsam an das gewünschte Ergebnis heranzutasten. Eine 27mH Spule im Signalweg, noch dazu mit fast 3 Ohm Widerstand, ist nicht zielführend. Erfahrungsgemäß passen da Werte zwischen etwa 6,8 - 10mH, neben der restlichen Beschaltung des Tiefpasses...

    Das stimmt, aber "näher" kommt man in der Praxis kaum an realistischere Werte. Klar könnte man sie jeweils einzeln messen und die jeweils andere Öffnung verschließen. In der Praxis habe ich festgestellt, dass es mit dem Kurzschluß ganz gut funktioniert. Letztlich geht's fast nur um die Abstimmfrequenz, und diese kann man final so tunen, wie man es möchte.