Beiträge von Azrael

    Um nach so langer Zeit (bin aber ja auch gerade erst dabei :saint: ) kurz auf Masse- vs. Volumen-Methode zurückzukommen: ich habe bisher auch ausschließlich die Masse-Methode benutzt.

    Einen Spezialfall gibt es aber, wo die Volumenmethode im Vorteil sein dürfte: bei Treibern mit sehr tief liegender Freiluftresonanz fs.

    Es kommt ja bei der TSP-Ermittlung u.a. auf eine nennenswerte Verschiebung der Resonanzfrequenz an. Da ist bei solchen Treibern nach unten halt nicht mehr viel "Fleisch", um es mal so auszudrücken. Womöglich spucken einem dabei Begrenzungen der Messhardware in die Suppe, bei der ist ja die untere Grenzfrequenz auch endlich, schon alleine deshalb, weil DC in der Regel vermieden werden soll, was halt auch nicht unendlich steilflankig geht.

    Die Volumenmethode verschiebt die Resonanzfrequenz im Gegensatz zur Massemethode aber nach oben. Da ist ja dann reichlich Platz. :)

    Viele Grüße,

    Michael

    Ich habe die Tauchkreissäge Makita SP6000 und eine dazu passende Führungsschiene. Damit habe ich mittels wilden Konstruktionen auch mal Bretter gesägt, um eine Box zu bauen, bei der Seitenwände, Boden und Deckel auf Gehrung verleimt waren:

    Wenn man keinen Platz hat, um eine Tischkreissäge zu stellen, dann ist so eine Tauchkreissäge mit Führungsschiene wohl die nächstbeste Lösung. Die SP6000 hat freundlicherweise auch einen Kippschutz, der die Säge daran hindert, bei derartiger Schrägstellung aus der Schiene zu kippen. :)

    Ich muss aber zugeben, dass ich seither keine Gehrungen mehr verwendet habe, sondern auf Stoß mit aufgesetzter Schallwand gefertigt habe. Ich fand damals das Verleimen halt nervig, aber ich kannte da auch die Klebebandmethode noch nicht (jetzt schon). Wird wohl Zeit, die mal auszuprobieren.

    Viele Grüße,

    Michael

    Ja, so sollte grundsätzlich der Aufbau sein. Den Hilfslautsprecher für das akustische Timing-Signal würde ich aber möglichst klein wählen, sonst handelt man sich womöglich eine relevante Reflektionsfläche in der Nähe des zu messenden Lautsprechers ein. Wie gesagt: da das Timing-Signal erst ab 5 kHz losgeht, würde es sich anbieten, dafür einfach einen nackten Hochtöner aus dem Fundus zu nehmen.

    Dann in REW die "timing reference" hinzufügen


    Das ist der Dialog für die Grundeinstellungen, der bei mir so ähnlich aussieht (die Ein- und Ausgänge heißen wegen anderem Interface halt anders):


    Die Sache mit der akustischen Timingreferenz stelle ich hier ein:

    Es wird unter "Timing" "Use acoustic timing reference" gewählt. An "Output" hängt der Verstärkerkanal, der den zu messenden Lautsprecher antreibt, und an "Ref output" derjenige für den kleinen Hilfslautsprecher.

    Da ich mich nie wirklich damit beschäftigt habe, ging ich davon aus, dass man mit zwei unterschiedlichen Verstärkern hantieren muss.

    Naja, entweder zwei Mono-Verstärker oder ein Stereo-Verstärker, wobei letzteres wahrscheinlich häufiger in Haushalten zu finden ist. :)

    Wie gesagt: ich habe noch nie mit akustischer Timing-Referenz gemessen, daher kann ich nicht genau sagen, wie gut das funktioniert. Mir kommt die Methode aber recht brauchbar vor, wenn es nicht möglich ist, die Timing-Referenz elektrisch herzustellen.

    Viele Grüße,

    Michael

    Misst man allerdings jedes Chassis auf seiner jeweiligen Achse, müssen die Koordinaten eingegeben werden, da nur so die Phase / Laufzeit stimmt.

    Die meisten von uns wählen Methode 1, da dies a) einfacher zu bewerkstelligen ist und b) die spätere Kontrollmessung der Gesamtbox ohnehin auf Hochtönerebene erfasst wird.

    Zum ersten Absatz, wobei ich jetzt mal vom Spezialfall schräge Schallwände absehe: das ist so IMHO nur halb richtig.

    Es stimmt: es gibt die Methode, alles von einem Punkt aus zu messen, beispielsweise auf der Hochtönerachse oder auch auf der Achse zwischen Hoch- und (Tief)Mitteltöner, und es gibt die Methode, jeden Treiber auf seiner eigenen Achse zu messen.

    Bei der ersten Methode gibt man gar nichts für die Eigenschaften der geometrischen Position der einzelnen Treiber an.

    Bei der zweiten Methode gibt man den Y- und (falls es eine nicht vertikalsymmetrische Konstrukton ist) den X-Versatz ein. Das dient VituixCAD bei der Simulation auch des vertikalen Abstrahlverhaltens der Konstruktion. Der Messabstand zur Schallwand sollte bei der Messung jedes einzelnen Treibers identisch sein, folglich würde ich keinesfalls am Wert der Z-Koordinate etwas ändern, weil Informationen darüber ja in der Messung enthalten sein sollten, wenn es, wie es sein sollte, eine Timing-Referenz gab.

    Zum zweiten Absatz: ja, die Methode ist schwierig zu berwerkstelligen, weshalb ich das bisher auch noch nicht konsequent durchgezogen habe. Ich mag die praktischen Probleme dabei erstmal gar nicht aufzählen, aber dass ich mir darüber 'nen Kopp mache, zeigt vielleicht schon, das ich mir davon Vorteile verspreche.

    Misst man von einem Punkt aus (erste Methode), dann stimmen alle Simulationen für genau den Messabstand. Für andere Entfernungen kann es aber durchaus einen Ticken anders aussehen.

    Misst man mit der Methode, jeden einzelnen Treiber auf Achse zu messen, und gibt in den Treibereigenschaften die jeweiligen X- und Y-Koordinaten an, dann kann man das Verhalten der Box in jedem beliebigen Abstand simulieren. Man bekommt außerdem eine Simulation des vertikalen Abstrahlverhaltens quasi mitgeliefert.

    Viele Grüße,

    Michael

    Ja, genau. Selbst ausprobiert habe ich das zwar noch nicht (habe kein USB-Mikrofon), aber die Methode kommt mir schlüssig vor:

    • Man hat seinen Messaufbau, wie er hier ja auch scheinbar schon verstanden und umgesetzt worden ist.
    • Für eine akustische Timingreferenz bringt man in akustischer Reichweite des Mikros einen separaten Lautsprecher an, der während des gesamten Messvorgangs seine Position relativ zum Messmikrofon nicht ändern darf. Dieser Lautsprecher darf durchaus lediglich ein funktionierender Hochtöner aus dem Fundus sein, weil das akustische Timingsignal nur ein kurzer Sweep von 5 bis 20 kHz ist, der kurz vor dem eigentlichen Mess-Signal abgespielt wird.
    • REW muss dann so konfiguriert werden, dass eine akustische Timingreferenz genutzt werden soll. Für das Mess- und das Timing-Signal müssen im Messfenster dann unterschiedliche Ausgänge gewählt werden. Man braucht für diese Methode folglich auch zwei Endstufenkanäle.

    Ich habe im diyaudio-Forum auch mal bei Kimmo Saunisto (kimmosto, Autor von VituixCAD) nachgefragt (hier, Antwortdialog ab hier), der normalerweise bei jeder sich bietenden Gelegenheit von USB-Mikrofonen abrät. Die Methode ist natürlich umständlicher und man muss mehr beachten, aber grundsätzlich hat er sie gewissermaßen abgesegnet.

    Kann es übrigens sein, dass der Thread-Ersteller nicht deutschsprachig ist und ein Übersetzungsprogramm nutzt? Für sowas nutze ich immer DeepL (http://www.deepl.com), das meiner Erfahrung nach eines der besten Übersetzungsprogramme ist. Missverständnisse sind dann natürlich trotzdem nicht auszuschließen.

    Viele Grüße,

    Michael

    Aaaaaalso...

    Diese Darstellung von REW bringt mich jedesmal auf's Neue um. Da beginnt das Messfenster bei 200 Hz und die Impedanzskala bei -10dB. Verstehen muss man das nicht. Ist nicht wichtig, aber ich muss halt immer über REW abrotzen, weil ich das wegen solcher Kleinigkeiten einfach nicht leiden kann... ;)

    Um da mal in die Bresche zu springen: REW bringt alle Möglichkeiten mit, um die Anzeigebereiche sowohl für die X- wie auch die Y-Achse selber festzulegen. Wenn da was unstimmig wirkt, liegt es ganz in der Hand des Bedieners, das zu ändern:

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    Viele Grüße,

    Michael