Beiträge von donhighend

    Da sehe ich schon mehrere größere Fehler. Du hast im Merger neben der Nahfeldmessung sowohl die Portmessung vor dem Port als auch im Port eingegeben. Da darf nur eine rein und zwar die von vor dem Port. Damit ist klar, warum der Merger einen Buckel produziert. Der Portanteil wird durch die fehlerhafte Eingabe natürlich doppelt berücksichtigt.

    Dann müssen die Flächen (Sd) sowohl vom Port als auch vom Chassis selbst eingetragen werden, und bei BS muss eingegeben werden, ob der Port vorne oder hinten ist. Das ist jeweils dort, wo die beiden Pfeile sind. Solltest du zwei Ports haben, gibst du die Fläche eines Ports an und gibst bei "Count" die Anzahl ein


    Leider kann ich mit dem mdat Messpaket aus REW, das du mir geschickt hast, nichts anfangen. Ich nutze kein REW und kann nur mit Messungen im .txt oder .frd für Frequenzgänge und .zma für Impedanzen etwas anfangen.

    EDIT: Ich habe die einzelnen Messungen im "Merge" Ordner gefunden.

    EDIT 2: Leider hast du vergessen, die Port- und Nahfeldmessungen mitzuschicken.

    So sehen sie in der Tat aus. Ich weiß aber, dass er gemerged hat. Einige Postings weiter oben siehst du auch ein Messbeispiel aus REW. Da sehen die Nahfeldmessungen auch schon so seltsam aus...

    Klaus, kannst du bitte all deine unbeschalteten Messungen mal ins txt oder frd Format bringen und mir per Mail als rar schicken? Ich würde gerne einmal checken, ob du den Merger falsch bedienst, oder ob das Problem bei den Messungen selbst liegt. Natürlich nur wenn du magst...

    Wilke hat etwas angesprochen, was mir auch aufgefallen ist, ich aber bislang noch nicht kommentiert habe.

    Sag mal, hast du die Nahfeldmessung mit Weiche gemacht?

    Sowohl für Nahfeld als auch für Fernfeld gilt im Merger, dass die importierten Messungen vom unbeschalteten Chassis stammen müssen...

    avenue22 Ja, das meine ich, und das ist das, was einen anschreit. Klaus hat ja schon den Hochton reduziert. Das allein führt aber nicht zum gewünschten Ergebnis. Man kann den Hochton absenken, bis es obenrum müde klingt. Dennoch schreit es...

    Genau, darauf solltest du stolz sein, denn für eine erste eigene Entwicklung sieht das schon ganz gut aus. Dennoch gibt es deutliches Verbesserungspotential.

    Irgendwas kann mit deinem Merging nicht stimmen. Dieser ganz heftige Buckel bei 200 Hz und der darunter de facto nicht vorhandene Bass können nicht der Realität entsprechen. Entweder ist deine Nahfeldmessung nicht in Ordnung, oder dein Merging ist mächtig verunglückt. Ich habe dazu keine konkrete Idee. Das einzige, was ich mir vorstellen kann ist, dass du bei der Nahfeldmessung ein Fenster gesetzt hast? Das würde natürlich die Nahfeld- und Portmessungen vollkommen verfälschen.

    Du hast darauf geachtet, dass der Frequenzgang auf Achse recht glatt ist. Leider weitet es unter Winkeln sehr auf. Ich könnte mir vorstellen, dass die Box dich nach einer Weile anschreit und angestrengt klingt. Dem kann man mit verschiedenen Dingen entgegenwirken. Entweder, man versucht, eine günstigere Trennfrequenz zu wählen, die zu einem besseren Verhalten führt und/oder man kann auf Achse eine Senke in dem Bereich einbauen, so dass die Winkelfrequenzgänge glatter verlaufen. Meist läuft es bei Hochtönern ohne Schallführung (WG) auf einen Kompromiss hinaus. Man kann das auch über die Topologie der Weiche in Grenzen beeinflussen. Das erfordert aber einiges an Erfahrung.

    EDIT: Ich sehe gerade auf dem Foto mit dem angefasten Gehäuse die "Arbeitsbedingungen" des HT.

    Das geht so überhaupt nicht. Ich bin jetzt mal ein wenig böse, aber das sieht aus, als hättest du mit den Fingern eine Öffnung in ein Graubrot gepopelt und dann den HT reingedrückt. ;) Die Krater an der Fräsung und auch die Tatsache, dass der Hochtöner zu tief sitzt und Kanten um seinen Radius herum "sieht", sind ein NoGo. Das geht überhaupt und gar nicht. Sorry, aber das wird in der Bude so leider nichts. Hinterleg den HT mal mit Pappe, so dass er in der Höhe bündig mit der Schallwand abschließt. Den Übergang zwischen Fräsung und HT-Frontplatte überklebst du dann mit Tesa oder ähnlichem...

    Ansonsten weitermachen...

    Hilfeeeeeeeeeeeeeeeee, nein... ;)

    Der HT hat im Merger und auch im Diffractiontool nichts verloren. Im Merger fügst du einfach die Nah- und Fernfeldmessungen des TT aneinander. Nichts weiter, gaaaaar nichts. :)

    Also, einfach die Schritte befolgen, die ich ein paar Postings weiter oben genannt habe, und die ich hier nochmal um Rouvens Nachtrag erweitere.

    1. Im Diffraction Tool eine Diffraction Kurve erstellen, die den Baffle Step Effekt deines Chassis in deinem Gehäuse nachstellt. Dazu im Diffraction Tool den Durchmesser oder Sd deines Chassis eingeben. Dann die Schallwandmaße eingeben. Für eventuelle Fasen kann Vituix nur mit einem Radius arbeiten. Da muss man sich rantasten. Irgendwas um 30-40mm sind praxisgerecht. Im nächsten Schritt positionierst du das Chassis und das Mikrofon auf der Schallwand, so wie es bei deinem Lautsprecher real ist. Die Mikrofonposition sollte der Mittelpunkt des HT sein. Du musst ja zwei Diffractionskurven, 995mm und 5-30 Meter, (Ich nehme immer 15 Meter) erstellen. Die beiden Entfernungen änderst du in dem orange umrahmten Bereich, ohne an den anderen Einstellungen etwas zu verändern. Die Grafik zeigt das am Beispiel eines 6.5 Zöllers, und sie sollte alle Klarheiten beseitigen.
    2. Nahfeldmessung in den Merger importieren und Sd des Chassis eintragen
    3. Diffraction Kurve 15000mm laden und rechts "Diffraction resonse" markieren
    4. Fernfeld Winkelmessungen importieren
    5. Diffraction Kurve 995mm importieren
    6. Falls notwendig, oben rechts unter "Scale" etwas nachskalieren.
    7. Merging Punkt möglichst unterhalb des Baffle Step suchen
    8. mergen/exportieren
    9. fertich
    10. Merge für Simu ins Weichentool importieren

    Wenn du eine Fernfeldmessung eines T(M)T in einem Raum vornimmst, setzt du üblicherweise ein Fenster, um Reflektionen auszublenden, die durch die begrenzenden Raumwände auf dem Weg zwischen Chassis und Mikrofon entstehen. Durch dieses Fenster werden tiefe Frequenzen ausgeblendet. Je nach größe des Raumes und der Position des Messaufbaus in diesem Raum erlaubt dieses Fenster gültige Messungen bis in Bereiche zwischen etwa 200 - 400 Hz. VituixCAD bietet mit dem Auxiliary Tool eine Möglichkeit, das größtmögliche Fenster für einen solchen Messaufbau zu bestimmen.

    Dies ist natürlich nur eine grobe Angabe, weil das Tool nur den kürzesten Wandabstand berücksichtigen kann und nicht alle 6 begrenzenden Wände eines rechteckigen Zimmers. Die Grafik zeigt den Boden als nächstgelegene Fläche. Wäre der Rum nur angenommene 2,20 Meter hoch, wäre der relevante Abstand von nur 1 Meter zur Decke relevant. Bitte beachten, dass auch herumstehende Gegenstände, wie Sofa, ein Stuhl, eine Kiste Bier oder der herumliegende Hund Reflektionsflächen bilden.

    Der obige Messaufbau würde also im günstigsten Falle Messungen bis hinab zu 215 Hz ermöglichen. In der Praxis liegt der gültige Bereich meist etwas höher. Deswegen merged man bei T(M)T Messungen eine Nahfeldmessung an. Die kann auch bei Mitteltönern sinnvoll sein, wenn die Trennfrequenz sehr tief liegt. Einen Hochtöner hingegen trennt man i. a. R. oberhalb von 1,5 kHz. Man ist also weit genug vom ungültigen Bereich entfernt, so dass eine Nahfeldmessung keinen Sinn ergibt.

    Nur ganz kurz... Da scheint irgendwo der Wurm drin zu sein. Das sieht gar nicht gut aus.

    Edit:

    Hast du versucht, Messungen von zwei Chassis gleichzeitig zu mergen? Und warum hast du eine Nahfeldmessung des HT angefertigt? Man benötigt die nur bei TT und evtl. bei tief getrennten MT.

    Ich habe den Eindruck, dass noch ein kleines Verständnisproblem vorliegt. Das können wir klären, aber nicht mehr jetzt. Bin schon im Bett und tippe auf'm Handy...

    Jetzt hab ich, hoffentlich, alles soweit richtig gemacht. Da taucht auch schon das nächste Problem auf. Da die Mergedatei als vxm Datei gespeichert wird, kann ich dieses Format nicht bei den Einzelchassis laden. Hier geht anscheinend nur das txt Format. Allerdings kann ich das auch nicht anders speichern.

    Äh wat?

    Unten rechts im Merger kannst du wählen, ob du die gemergten Messungen im .frd oder.txt Format exportieren möchtest.

    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da du keine Berechtigung hast, diesen Inhalt zu sehen.

    Wie zum Geier hast du da eine .vxm Datei exportieren können? Das habe ich bislang noch nicht geschafft... ;)

    Moin,

    hier eine schnelle Kurzanleitung:

    1. Fernfeldmessungen (auch Winkel) anfertigen

    2. Nahfeldmessung anfertigen.

    3. Im Diffactiontool je eine entsprechende Diffraction Kurve für das Nahfeld (und das Fernfeld) erstellen. Beim Nahfeld 5000 - 30000mm (Ich nehme immer 15000mm) Abstand und 995mm beim Fernfeld vorgeben.

    4. Im Mergertool den Nahfeldfrequenzgang laden und die Diffraction Kurve mit 5000 - 30000mm laden und SD des Chassis eingeben.

    5. Im Mergertool die Winkelmessungen und die Diffraction Kurve mit 995mm eingeben (wobei sich mir nicht erschließt, warum. Der Baffle Step ist in der Fernfeldmessung ja bereits enthalten.

    6. Danach den Pegel zwischen Nah- und Fernfeld ggfs. leicht nachskalieren und mergen. Wenn die von dir gewählte Mergingfrequenz zu hoch, also in einem für die Membrangröße ungültigen Bereich liegt, färbt sich im das Frequenzfeld im Bereich "Transition" rot.

    Das war's...

    Hier ein Beispiel, welches auch die Warnmeldung bei zu hoher Mergingfrequenz abbildet.

    In diesem Beispiel habe ich noch nichts nachskaliert.

    Ja, Le sollte man berücksichtigen. Schade ist, dass dein Beyma eine wirklich sehr hohe Induktivität mitbringt, die zu dem schnellen Abfall führt. Ich hatte das mal bei der Konstruktion der Düvel, die ich im Rahmen des Teufel Wettbewerbs von einigen Jahren gebaut habe. Die Details suche ich gerne mal raus, wenn ich später am PC bin.

    In der Praxis kann man das meist gut kompensieren, wenn man den Effekt des Baffle Step nutzt und im Bereich des Oberbasses einen etwas stärkeren Sauger einsetzt. Dabei sinkt der Bezugspegel zwar ein wenig, was aber weniger schlimm ist, als eine Fehlanstimmung in den Bereich.

    EDIT: Leider habe ich von den damaligen Messungen keine mehr, die das Problem abbildet.

    Auch ich habe häufig Unterschiede zwischen den einzelnen Gehäusesimulationen festgestellt. Grundsätzlich sind mir die Unterschiede egal, denn ich stimme nie nach vorgegebenen Aligns ab, sondern ich biege mir die Kurve so hin, wie ich sie haben möchte. Ich stimme ja, bis auf wenige Ausnahmefälle "Maxflat" ab, so dass der Frequenzgang möglichst lange linear Richtung Tiefbass verläuft und dann entsprechend steiler abfällt. Dennoch habe ich mich mal an dem genannten Beyma versucht und ihn mit Datenblatt [definition='1','0'] TSP "> TSP [/definition] durch die Programme gejagt.

    Als erstes war WinISD an der Reihe:

    Bei Wahl einer QB3 Abstimmung werden rund 38 Liter Volumen und ein Tuning @ 49,53 errechnet. Die Kurve schaut anders aus als deine aus WinISD, und ich habe eine Vermutung, warum das so ist.

    Mit identischen [definition='1','0'] TSP "> TSP [/definition] schlägt VituixCAD für QB3 ein Volumen von nur 31,7 bei einem Tuning @ 51,8 Hz vor.

    Der Kurvenverlauf ist natürlich bei dem geringeren Volumen anders ausgeprägt.

    Verändert man nun Volumen und Tuning auf die Werte, die WinISD Errechnet, wird von VituixCAD folgender Verlauf prognostiziert:

    Eine wirklich nennenswerte Veränderung ist allerdings nicht sichtbar.

    Mit den identischen [definition='1','0'] TSP "> TSP [/definition] habe ich in AJHorn ein das von WinISD errechnete Gehäuse simuliert mit folgendem Resultat:

    Diese Kurve verläuft wieder anders, ist aber imho näher an WinISD. Bei [definition='2','0']BR[/definition] Abstimmungen mit AJHorn gebe ich immer einen Bedämpfungsfaktor im Feld Beta 1 an, welchen ich über eine Formel ermittele, die der Visaton-Forenuser "Chaomaniac" vor Jahren empirisch ermittelt hat. Der Bedämpfungsfaktor errechnet sich aus (Sd vom Chassis / Sd vom Port x 70). In der Praxis hat sich das über Jahre bewährt, und stimmt sehr gut mit den BR-Simus überein, die ich mit dem [definition='26','0']MJK Sheet[/definition] vornehme. Bei letzteren fließen Gehäusegeometrie, Port- und Chassisposition in die Simu ein.

    Ein Beispiel dafür zeige ich anhand der Simulation des The Box 12-280/8A, den wir während unseres vergangenen Treffens zum Bestandteil der Entwicklung eines Standlautsprechers gemacht haben:

    Bei allen Simulationen wurde ein Vorwiderstand von 0,5 Ohm verwendet.

    Ich vermute, dass bei den einzelnen Programmen unterschiedliches Formelwerk verwendet wird, welches die Unterschiede verursacht. So gibt es schon allein beim Hoge'schen Näherungsverfahren diverse Publikationen, die sowohl für die Ermittlung des Volumens als auch für das Tuning einen Korrekturfaktor von 0,93 berücksichtigen. In anderen Publikationen fehlt dieser Faktor.

    Azrael: Hast du bei deinem in WinISD eingegebenen eigenen [definition='1','0'] TSP "> TSP [/definition] Satz einen Wert bei Le eingegeben? Wenn ja, müsste die Kurve nach oben hin wegen der hohen Schwingspuleninduktivität von über 2mH deutlich abfallen. Bei Vituixcad sind für die Werte z1K und z10K 15 bzw. 60 Ohm angegeben. Bei AJHorn habe ich diese übernommen, und bei WinISD habe ich den Wert 2,1mH aus dem Datenblatt für Le eingegeben. Würde deine Kurve in der Abbildung aus WinISD obenrum auch so stark abfallen, wäre sie von den anderen gezeigten Kurven vielleicht gar nicht so weit weg.

    EDIT: und schwupps...

    .

    Das beschreibt genau das Problem, welches ich im Umgang mit VC schon vor ewigen Zeiten beschrieben habe. Das Programm kann wirklich viel. Dass man aber gefühlt 2000 Schritte zwischen den einzelnen Modulen beschreiten muss, ist schlicht ätzend. Ich wünsche mir diesbezüglich eine Symbiose aus Boxsim und VituixCAD. Wünschenswert wäre ein "Crossover Modul", welches die Gehäuseabstimmung aus den [definition='1','0'] TSP "> TSP [/definition] generiert, und das zusätzlich die Möglichkeit bietet, die (Gehäuse) Abstimmung "on the fly" (5 Liter mehr, Fb 3 Hz tiefer) zu ändern.

    Die Geschichte bot wohl auch die Möglichkeit, gleich eine [definition='4','0']GHP[/definition] Simu vorzunehmen, wie ich es auf unserem Treffen anmerkte. Probiert habe ich das aber nie, weswegen ich mir nicht sicher bin. Dafür muss man nun entweder den Umweg über ein Merging gehen, oder eben nur mit der reinen Gehäusesimu über den Weicheneditor arbeiten.