Beiträge von Y-King66

    Hast Recht Alex. Ich hatte bei Hificompass gesehen, dass er bei der Impedanzmessung ein Qts von deutlich über 0,4 hatte. Aber ich habe auch nochmal die K&T2/19 rausgesucht, da wurde der SB15CAC30-8 getestet:


    Wie sie auf die Gehäuseempfehlung kommen, weiß ich aber nicht so ganz. Ich komme auf etwa 14L mit einem 5er BR-Rohr und 25cm Länge, was noch einigermaßen im Rahmen wäre. Und eine untere Grenzfrequenz von 37Hz ist schon nicht übel be der Chassisgröße.

    Ob der SB15CAC oder der SB15CRC das bessere Chassis wäre, kann ich leider nicht sagen. Interessant wären Messungen zu den Chassis. In der Hobby Hifi 4/2020 wäre ein Test von Beiden, aber die habe ich leider nicht.

    Alex, hast du die Ausgabe und könntest bei Gelegenheit mal rein schauen?

    Ich hab inzwischen auch schon mehrmals gesehen, dass die [definition='1','0'] TSP "> TSP [/definition] bei den SB15 doch ein gutes Stück vom Datenblatt abweichen. Das wäre dann natürlich auch interessant.

    Mit einem 3-Weger loszulegen ist aber auf der anderen Seite auch nicht gerade einfach, weil man damit schon viel Erfahrung beim Messen benötigt. In normalen Wohnräumen kann man bis etwa 300Hz hinab messen. Wenn bei einem 3-Weger in diesem Bereich die Trennfrequenz liegt, wird es schon schwierig.


    Deshalb halte ich die verschiedenen SB15 für noch akzeptable Kompromisse im Zusammenspiel mit dem AMT. Auch preislich würde das in meinen Augen besser zusammen passen bei rund 75€ pro TMT und 99€ für den HT. Bei den Textreme ist man eben gleich mal bei über 200€ pro Stück...

    Theoretisch könnte man schon mit Waveguides experimentieren, aber bis da etwas brauchbares heraus kommt, muss man vermutlich sehr viele Tests mit verschiedensten Prototypen machen.

    Wir haben mal mittels 3D-Druck versucht, einen Waveguide für den etwas größeren AM25 von Harwood umzusetzen. Das ist trotz mehrerer Versuche leider gescheitert. Es wollte sich einfach keine Verbesserung einstellen, eher im Gegenteil. Das etwas bessere Abstrahlverhalten hat man sich mit deutlichen Störungen im restlichen Bereich erkauft.

    Ansonsten gibt es nur noch den Monacor RBT-1000, der aber erst am 3kHz einsetzbar ist und damit praktisch raus fällt. Der Monacor RBT-35SR ist zu klein, das passt auch nicht so recht.

    Ansonsten fällt mir kein Folien-HT ein, der dafür geeignet wäre.

    Der Satori MW13 ist ein gutes Stück kleiner und bietet mit seinen Parametern deutlich weniger Tiefgang. Man könnte dem zwar auch ~15L Bassreflex spendieren und ihm so etwa 45Hz entlocken, das wäre dann klanglich aber nicht unbedingt die beste Variante.

    Auf der anderen Seite würde er vom Bündelungsverhalten am besten zum AM22 passen von den Chassis, die wir bisher besprochen haben.


    Wenns dir um exotisches Membranmaterial geht, gibts auch von den SB15 welche mit Keramikmembran: https://sbacoustics.com/product/5in-sb15cac30-8/

    und auch eine Variante mit Kohlefasermembran:

    5″ SB15CRC30-8 / Carbon - Sbacoustics
    Rohacell®/Carbon fibre sandwich cone for optimized stiffness/damping ratio, vented cast aluminum chassis for optimum strength and low compression.
    sbacoustics.com


    Der Mehrwert von so teuren Chassis ist nur gerechtfertigt, wenn deren Stärken auch genutzt werden können. Und das ist bei den größeren TMT nur der Fall, wenn der Hochtöner zum Abstrahlverhalten passt. Und da bist du dann bei einem Hochtöner mit Waveguide, wovon es leider nicht allzu viele gibt.

    Borresen ist übrigens ein gutes Beispiel, denn die verwenden auch Hochtöner mit Waveguide in Kombination mit den Satoris.

    Klar, man könnte zwei Satori MW16 mit dem neuen Textreme WG-Hochtöner kombinieren:

    Aber dann bist du bei deinem ersten Projekt seit vielen Jahren bei einer Box, die für Selbstbauverhältnisse schon SEHR teuer ist. Eigentlich empfehlen wir immer, mit günstigen Chassis anzufangen um ein Gefühl fürs Messen und Abstimmen zu bekommen. Man muss immer bedenken, die Abstimmung der Weiche entscheidet über 95% des klanglichen Endergebnisses. Wenn man bei der Bestückung der Box schon das beste Material einsetzt, dann muss auch die Abstimmung der Weiche über alle Zweifel erhaben sein, sonst sind die High-End Chassis nur Perlen vor die Säue.

    Hi Christoph!

    Die Idee an sich ist durchaus umsetzbar, da hast du dir wirklich sehr hochwertige Chassis ausgesucht. Aber schauen wir uns erst einmal an, ob das Alles überhaupt zusammen passt.

    Die Unterschiede zwischen MW und MR bei den Satoris ist, dass der MW eine deutlich längere Schwingspule hat und damit mehr linearen Hub bzw. Pegel im Bass liefern kann. MW steht dabei wohl für Mid-Woofer und MR für MidRange, also Tiefmitteltöner und Mitteltöner, wobei auch der MR durchaus Bass liefern kann. Allerdings kann der MW fast dreimal so viel Luft im Bass verschieben wie der MR.

    Der MW wäre also eigentlich die richtigere Wahl, allerdings muss man natürlich immer im Auge behalten, wie viel Volumen ein Chassis benötigt.

    Bei einer schmalen Standbox mit 22cm Breite und 1m Höhe, bleiben bei rund 30cm Tiefe etwa 20Liter Volumen pro TMT.

    Der Satori MW16TX-8 benötigt für eine ausgewogene Abstimmung im BR-Gehäuse allerdings etwa 30 Liter oder mehr. Damit macht er dann rund 40Hz (-3dB).

    Der MR16TX-8 kommt zwar in kleineren Volumina zurecht, das geht aber auf Kosten des Tiefgangs und, wie oben erwähnt, kann er eben auch bei den Pegelfähigkeiten nicht mithalten.

    Wenn man sich dann den SB15NBAC30-8 anschaut, ist der deutlich genügsamer. Ihm reichen rund 17-20Liter um ebenfalls die 40Hz zu erreichen. Und er kann, obwohl etwas kleiner als der MR16TX, mehr Luft verschieben.

    Ganz interessant ist, wenn man die Hubfähigkeiten der einzelnen Chassis miteinander Vergleicht:

    MR16TX-8: 27,5cm³

    SB15NBAC30-8: 36,9cm³

    MW16TX-8: 71,4cm³

    Ein einzelner MW16TX-8 liefert also praktisch den gleichen Maximalpegel wie zwei 15NBAC und drei MR16.


    Da deine Vorstellung vom Gehäuse ja recht fix ist, hast du also eher die Wahl zwischen zwei 15NBAC oder einem MW16TX, es sei denn, du machst die Box mehr als doppelt so tief wie breit.


    Soviel erstmal zur Gehäuseabstimmung. Akustisch sieht es im Zusammenspiel mit dem AMT noch einmal anders aus. Hier ist vor allem das Abstrahlverhalten zu beachten.

    Der AM22 kann ab 2, eher 2,5kHz eingesetzt werden. In diesem Bereich bündelt er noch gar nicht.

    Der MW16TX verliert bei 2kHz und 60° ca. 5dB und bei 2,5kHz sind es schon 10dB. Das heißt, das Bündelungsverhalten von TMT und HT ist im Bereich der Trennfrequenz sehr unterschiedlich und damit muss man bei der Abstimmung doch recht große Kompromisse eingehen.

    Beim 15NBAC fehlen bei 2kHz nur etwa 3dB und bei 2,5kHz rund 5dB. Das ist auch nicht ideal, aber damit kann man in meinen Augen durchaus leben.


    Es ist also möglich, deine Idee umzusetzen, aber aus akustischer Sicht gibt es bessere Lösungen. Die Satori Textreme-Chassis sind super, keine Frage, aber um ihre Vorteile wirklich ausspielen zu können, müsste man einen anderen Hochtöner (mit Waveguide) einsetzen.

    Sorry für die lange Abwesenheit, ich hatte das hier etwas aus den Augen verloren.
    Die Idee von Alex finde ich klasse, denn der kleinere Cap im Hochtonzweig sorgt genau im richtigen Bereich dafür, dass es bei Rock und Metal nicht mehr so nervend ist.
    So hast du dann eine sehr neutrale Box entwickelt, die jeder bedenkenlos nachbauen kann und zusätzlich noch eine Variante, die mit schwieriger Musik etwas gnädiger umgeht. Und das alles mit einem kleinen Cap für 1,70€ - was will man mehr?!

    Großes Kino!!

    Ein bisschen schade ist, dass dem HT ganz oben etwas die Puste ausgeht. Vielleicht ist der Sauger im HT deshalb gar nicht nötig. Das würde ich in einem Hörtest bestimmen.

    Bei der Trennung um gut 2kHz würde ich mir keine Sorgen machen. Der HT hat hier satte 15dB Kennschalldruckvorteil gegenüber dem TMT. Das entspricht in etwa eine um den Faktor 30 geringere Leistung, die der HT für den gleichen Schalldruck abbekommt. Oder warum hättest du lieber höher getrennt?

    Auch vertikal sieht das nicht so schlecht aus.

    Ja das mit den Schieferplatten war eine nette Geschichte damals, hat erstaunlich gut geklappt. Bei mir standen sie im sehr kleinen Wohnzimmer in einer 1m tiefen Nische, das hat den Bass ordentlich gepusht.

    Irgendwo im Keller meiner Eltern müssten die sogar noch stehen...

    Erst einmal Kompliment für die tolle Messreihe!

    Der große Pegelunterschied ist wirklich erstaunlich. Bei meinen Messungen mit dem WG 148 von Visaton habe ich vor allem festgestellt, dass ein unsauberer Anschluss an das WG, z.B. durch abgerundete Frontplatten neben der Kalotte, zu Störungen im Bereich um 10kHz führt. Das ist bei dir eher beim verspachtelten Übergang der Fall, zumindest unter Winkel. Vermutlich wegen der recht groben Oberfläche trotz Spachtelmasse.

    Pegelunterschiede habe ich bei meinen Messungen nicht feststellen können, zumindest nicht in diesem Ausmaß.

    Die Aufweitungen unter Winkel sind natürlich nicht ideal. Da muss man dann beim Abstimmen Fingerspitzengefühl beweisen. Der Bereich oberhalb von 8kHz ist allerdings nicht allzu kritisch, weil hier das Ohr schon recht unempfindlich ist und es auch nicht allzu viel wichtige Informationen in der Musik in diesem Bereich gibt. +-2dB sind da nicht wirklich kriegsentscheidend.

    Im Prinzip kann man da jedes Markengerät nehmen. Für 300€ bekommt man auch einen dicken Boliden aus den 80er Jahren, als die Hersteller noch Materialschlachten veranstalteten, um die Konkurrenz zu übertreffen. 40 Jahre gehen aber vor allem an Potis oft nicht spurlos vorbei. Da sollte man also aufpassen.

    Klingt nach einem Plan! :thumbup:

    Und keine Scheu vor weiteren Fragen, wenn du dir nicht ganz sicher bist. Manchmal kommt man auch mit eher ungewöhnlichen Beschaltungen zum Ziel. Da kannst du dich dank der VituixCAD-Simu einfach mal austoben und schauen, was passiert.

    Wichtig ist, dabei auf die Impedanz zu achten. Ist bei einem 8Ohm Chassis in der Regel kein Problem, aber manchmal rutscht sie durch die Beschaltung doch etwas zu tief.